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T-Online veröffentlicht gefälschte Nutzerbewertungen

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T-Online veröffentlicht gefälschte Nutzerbewertungen

Alles nur ein Fake

T-Online veröffentlicht gefälschte Nutzerbewertungen

Das Shoppingportal von T-Online hat seine User mit zahlreichen Kundenbewertungen hinters Licht geführt. Wie jetzt bekannt wurde, hat das Unternehmen Texte über Haushaltsgeräte, Kameras und mehr von einer Agentur erstellen lassen.

Insgesamt tausend Texte, alle zwischen 80 und 180 Wörter lang, wurden von der Agentur Textprovider geliefert, berichtet der Spiegel. Dutzende Autoren hätten bezahlte Bewertungen über zahlreiche Produkte erstellt. Der Kunde habe sein Shoppingportal "aufwerten" wollen, heißt es laut Bericht in einer internen Mail der Agentur, die dem Nachrichtenmagazin vorliegt. So sollte vorgetäuscht werden, dass sich auf den Seiten die Nutzer angeregte Debatten über Produkte liefern. Die Texte wurden inzwischen gelöscht.

Die Texter der Agentur hätten den Auftrag gehabt, "realistische Produktbewertungen" zu erstellen und in die "Rolle des Users zu schlüpfen". Auch negative Bewertungen seien erlaubt gewesen. Die Telekom weist die Vorwürfe zurück und spricht von einem "übereifrigen Dienstleister". Das Shoppingportal "Einkaufswelt" gehöre zu T-Online und handle in ihren Geschäftsbeziehungen unabhängig von der Telekom. Der Dienstleister sei "deutlich über das Ziel hinausgeschossen", der Auftrag dem Konzern nicht bekannt gewesen.

Gefälschte Bewertungen kommen in der Netzwelt gar nicht gut an: Erst vor wenigen Tagen war WeTab-Geschäftsführer Hoffer von Ankershoffen massiv in die Kritik geraten, weil er seinen Tablet-PC unter falschem Namen in einer Amazon-Bewertung angepriesen hatte. Er zog die Konsequenzen und ließ sein Amt ruhen. Inzwischen hat er auch die Geschäftsführung des IT-Dienstleisters Neofonie abgegeben. 


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Kommentare

Dagmar Raum am 11.10.2010

Bärendienst

Da hat T-Online der E-Commerce-Branche einen mächtigen Bärendienst erwiesen. Und blöderweise hat den Skandal kein kleines Fachblatt aufgedeckt, das der gemeine Konsument ohnehin nicht liest, sondern ausgerechnet der "Spiegel". In Zukunft werden Onlinehändler um das Vertrauen für ihre mühsam akquirierten Produktbewertungen kämpfen müssen. Bleibt zu hoffen, dass T-Online der einzige Kunde der Texter-Agentur war. Doch darauf wetten, würde ich nicht.

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