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Scholz & Friends nehmen Auszeit von Kreativwettbewerben

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Scholz & Friends nehmen Auszeit von Kreativwettbewerben

Stop dem Award-Wettrüsten

 

Martin Pross, Kreativvorstand der Scholz & Friends Group, will eine Award-Auszeit.

Rückzug: Scholz & Friends wollen im nächsten Jahr an keinen Kreativwettbewerben teilnehmen. Die Zeit soll stattdessen genutzt werden, um eine "Award-Denkpause" einzulegen. Damit sind die Kreativen nach Jung von Matt die zweite Agentur in Deutschland, die das Award-Geschäft auf den Prüfstand stellt.

Die Ankündigung kam überraschend: Scholz & Friends legen eine "Award-Denkpause" ein und wollen sich im nächsten Jahr komplett aus allen Kreativwettbewerben zurückziehen. Es sei ein Rückzug von den "Materialschlachten", erklärt Martin Pross, Kreativvorstand der Scholz & Friends Group, die Entscheidung. Denn von der zunehmenden Inflation von Kreativwettbewerben und Kategorien würden inzwischen nur noch die Veranstalter profitieren.

Das große Problem: Die Teilnahme an Wettbewerbs wie dem ADC oder den Cannes Lions verlangt die Investition hoher Summen - für kleine Agenturen oft das Todesurteil. "Die Wettbewerbe haben ein Paralleluniversum geschaffen, das zu viele für die wirkliche Welt halten", kritisiert Pross.

2013 soll nun genutzt werden, um grundlegend über den Wert und die Aussagekraft von Wettbewerben nachzudenken, so Scholz & Friends. Es soll ein Raum für nachhaltige Diskussionen geschaffen werden, die die Agentur intern mit den eigenen Top-Kreativen führen wird, aber vor allem mit der Branche anstoßen will. Die Resultate dieser Diskussion sollen darüber bestimmen, wie es für die Agentur ab 2014 weiter geht.

"Es ist an der Zeit, das Ranking-System zu hinterfragen und am besten im Schulterschluss mit anderen Agenturen zu überlegen, wie man wieder zu einer vernünftigen Bewertung kreativer Arbeiten kommt", so Pross. "Wir laden alle Interessierten zu einem gemeinsamen Gespräch am Runden Tisch ein".

Die Einladung dürfte vor allem für Jung von Matt interessant sein. Erst letzte Woche hatten die Hamburger, eine der erfolgreichsten Gold-Agenturen bei Kreativ-Awards, einen "Kurswechsel" bekanntgegeben und erklärt, künftig nur noch eingeschränkt an solchen Contests teilnehmen zu wollen. Das eingesparte Geld soll in Nachwuchsarbeit und Weiterbildung investiert werden: Die Ersparnisse würden einer Stiftung zugutekommen, die der Agentur eine Akademie für innovative Kommunikation ermögliche. "Wir wollen die mit dem größten Talent ausbilden, nicht die mit den reichsten Eltern", erklärte dazu Co-Gründer Jean-Remy von Matt im Spiegel. 2010 hatten Kempertrautmann bei der Teilnahme an Wettbewerben ausgesetzt, die Agentur ist inzwischen allerdings wieder unter dem neuen Namen "Thjnk" dabei.


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