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Die digitale Parkuhr

Der Franzose Emmanuel Valjavec hat ein Parkuhr-ähnliches Modell für den Verkauf von Artikeln im Netz entwickelt. "Pennyread" soll es dem Leser einfacher machen, online für Einzelartikel zu zahlen - und vernünftige Preise ermöglicht das Modell auch.

Der Verkauf von Artikeln im Netz treibt die Verlage weltweit um. Seit vergangener Woche gibt es auch auf Welt.de eine Bezahlschranke. Das Problem: Die meisten Abo- oder Bezahlmodelle sind für die Leser eher unattraktiv. Denn rechnet man den Kaufpreis einer Zeitung oder eines Magazins auf den einzelnen Artikel um, bleiben in der Regel nur Centbeträge. Diese abzukassieren, ist allerdings unwirtschaftlich - also berechnen die Verlage Preise von mehreren Euro pro Artikel, oder aber bieten dem Leser ein Komplett-Abo an. Aber wer zahlt schon mehrere Euro für einen einzelnen Artikel oder abonniert deswegen gleich eine Zeitschrift, womöglich noch für mehrere Monate?

Der Franzose Emmanuel Valjavec hat ein Modell entwickelt, die Verlage ihre Leser dazu bringen können, für gelesene Inhalte zu zahlen. Und für den Leser ist das Ganze sogar bequem und verhältnismäßig günstig. Das Prinzip von "Pennyread" ähnelt dem einer Parkuhr: Teile des Artikels werden mit einem Feld abgedeckt, auf dem der Preis für den jeweiligen Inhalt zu sehen ist - darunter befindet sich ein OK-Button. Klickt der Leser darauf, verschwindet die Blockade, und ein Cookie speichert im Hintergrund die Summe der aufgelaufenen Bezahlinhalte. Erst, wenn ein Betrag von ein paar Euro erreicht ist, wird der Leser aufgefordert, ein Konto einzurichten und die bisher konsumierten Inhalte zu bezahlen. Die Hemmschwelle für den Leser soll dabei so niedrig wie möglich sein, so Valjavec; der Nutzer solle sich nicht bedrängt fühlen. Und dank der verwendeten Programmiersprache Java behindert "Pennyread" weder Suchmaschinen noch Online-Werbung und lässt sich auch auf mobilen Devices einsetzen.

Ein Problem bleibt allerdings noch: die Bezahlschranke lässt sich theoretisch einfach durch Löschen des Cookies umgehen. Valjavec zeigt sich diesbezüglich allerdings optimistisch und bezweifelt, dass dies häufig der Fall sein wird: Schließlich sei es ja nicht so, dass die Menschen nicht bezahlen möchten - sie möchten nur nicht bedrängt werden.


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