Kartellamt prüft Beschwerden gegen Google
Eigene Angebote bevorzugt?
23.08.2010 14:41 tga
Dem Bundeskartellamt liegt eine zweistellige Zahl an Beschwerden gegen die Google-Suche vor. Der Vorwurf: Der Internetkonzern platziere eigene Dienste ganz oben. Zudem haben mehrere Firmen Strafanzeige gegen Google wegen Betrugsverdachts gestellt. Der Internetkonzern weist die Vorwürfe zurück.
Die Wirtschaftswoche berichtet, das Kartellamt prüfe derzeit, ob es selbst oder die EU-Kommission zuständig sei. Den Beschwerdeführern zufolge tauchten Googles eigene Angebote wie Google Maps, das Firmenverzeichnis Google Places oder die Preisvergleichsseite Google Shopping bei Suchanfragen fast immer an oberster Stelle auf. Ebenfalls oben seien Kunden von Googles Werbeplattform AdSense zu finden. Erst an weniger attraktiver Stelle würden nicht mit Google verbundene Angebote aufgeführt.
Unter den Beschwerden sind Eingaben des Verbraucherportals ciao.de, des Stadtplandienstes Euro-Cities und des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger, sagte eine Sprecherin der Behörde. Euro-Cities,Betreiber von Stadtplandienst.de, hat zwei Beschwerden beim Kartellamt eingereicht, weil Google die eigene Marktmacht ausnutze. Schließlich entscheidet die Platzierung in den Suchtreffern in vielen Fällen über den Erfolg eines Unternehmens. In dem Bericht erklärt Michael Weber,Chef des Kartografiedienstes Hot-maps, die monatlichen Besucherzahlen seines Angebotes seien von 750.000 auf 250.000 abgestürzt, seit Google-Chef Eric Schmidt die eigenen Onlineangebote an der Spitze der Suchergebnisse einsortieren lasse. In den nächsten Tagen will auch Weber Kartellbeschwerde einreichen.
"Dass wir unser eigenes Kartenmaterial benutzen, hat sowohl technische als auch urheberrechtliche Gründe", sagte Julia Holtz, Googles Leiterin für Wettbewerbsrecht in Europa, im internetworld.de-Interview. "Das ist keine Bevorzugung unserer eigenen Dienste, sondern ein Suchergebnis in grafischer Darstellung."
Zum anderen haben Euro-Cities und der Düsseldorfer Betreiber der Webseiten Zumabheben.de und Last-minute.de im Zusammenhang mit der Suche Strafanzeige gegen den US-Konzern gestellt. Eine Zivilklage von Euro-Cities und Hot-maps soll der Wirtschaftswoche zufolge in diesen Tagen folgen. Die Unternehmen hatten wegen schlechter Suchplatzierung Werbung bei Google geschaltet, um an prominenterer Stelle zu erscheinen. Google habe daraufhin schrittweise die Werbepreise um das bis zu 26-Fache erhöht, ohne dass dies nachvollziehbar gewesen sei. In der Strafanzeige unterstellen die Unternehmen nun etwa gewerbsmäßigen Betrug, versuchten gewerbsmäßigen Betrug und Computerbetrug.
"Der Preis für den einzelnen Werbenden errechnet sich aus Qualitätsfaktor und Maximalgebot", kommentiert Holtz den Vorwurf. "Geht die Klickrate nach unten, zum Beispiel weil andere Anzeigen die User mehr ansprechen, verschlechtert sich der Qualitätsfaktor. In diesem Fall muss der Kunde mehr für einen Begriff bieten, um seine Werbung an gleicher Position zu halten." Google greife in diesen Prozess nicht ein.
Im Januar hatte das Bundeskartellamt schon einmal geplant, ein Verfahren gegen Google einzuleiten, da das Internetunternehmen als Reaktion auf eine Beschwerde von Microsoft die Verhandlungen über die Verlängerung eines Werbevertrags abgebrochen hatte. In der im Februar von eBay eingeführten PayPal-Pflicht für Verkäufer mit weniger als 50 Bewertungspunkten sah das Kartellamt keinen Wettbewerbsverstoß.
horst am 25.08.2010
Google
Das Google nicht eingreift ist einfach gelogen.
Dass die eingreifen und Fehler im System gibt haben die schon zugegeben. Die Preise werden mit einem System bestimmt was nicht Funktioniert. Oder besser gesagt es kommt Google zu Gute wenn Fehler passieren.
Schade das Google Spammern viel Geld bezahlt damit die für Google Klicks produzieren. Seitdem betrügerische Klicks von Google nicht berechtnet werden dürfen haben die einen neuen weg gefunden in dem bestimmte Firmen durch Spammails für Adwordskunden klicks produzieren.
Was andere zahlende Kunden von Google nicht machen dürfen wird denen erlaubt. So werden erstmal die Deutschen internetfirmen erstmal ausgelöscht weil die Klickpreise so teuer geworden sind. Während alte Firmen die seit Jahren bei Google werben und viel Geld bezahlt haben die werbung einfach abgeschaltet wird dürfen die Suchpartner von Google mit wesentlich schlechteren Seiten werben.
Es geht hier nicht um User sonden zahlende Kunden die von Google nicht gleich behandelt werden. Immer mehr Seiten die nur auf Adsensewerbung aus sind tauchen bei den Suchergebnissen sogar vor den Original wonach die User suchen. Daher erwartet man von Google dass die Ihre Richtlinien für alle gleich einsetzen. Denn zwischen den Zahlenden Kunden und Google gibt es einen Vertrag wonach die sich selbst dazu verpflichtet haben. Daher ist ist legitim wenn diese Firmen jetzt Google anzeigen weil google sich nicht an diesen Vertrag gehalten hat.
Sina am 25.08.2010
@Falscher Film
Google nutzt seine marktbeherschende Stellung um seine Services immer weiter auszubreiten. Wenn Google reinhaut gibt es quasi keinen Wettbewerb mehr. Google hat eine Monopolstellung und pusht eigene Services um auch die kleinsten Konkurrenten platt zu machen.
Ich denke es sollte für das Kartellamt ein leichtes sein, Google diese Monopolstellung und die Ausnutzung derselben nachzuweisen. Ich selbst bin für mehr Wettbewerb und würde es sehr begrüßen wenn Google auch mal nach gewissen Regeln spielen muss.
oniks23 am 24.08.2010
Oo
Das doch mal wieder klar, die wissen nicht mehr wie sie sich wehren sollen. Anstatt gute Angebote zu machen wird die Welt mit Diensten bombadiert die kein Mensch brauch. Wenns was von Google gibt und es funktioniert warum so einen Mist benutzen? kein Wunder das da der letzt Weg die Klage ist.
Hardy am 23.08.2010
Falscher Film
Manchmal denke ich, ich bin im falschen Film. Natürlich bevorzugt Google sich selbst. Was soll daran strafbar sein? Wenn ich mich selbst in meinem Auto mitnehme, und das Auto nicht meinem Nachbarn überlasse, mache ich mich auch strafbar, oder was jetzt? Das wäre dieselbe Logik.