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Facebook beauftragt PR-Agentur mit Meinungsmache gegen Google

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Facebook beauftragt PR-Agentur mit Meinungsmache gegen Google

Verdeckte Kampagne aufgeflogen

Geplante Flüsterkampagne gegen Google aufgeflogen (Foto: Fotolia.com/signtime)

Update Um die Vorherrschaft im Web wird mit allen Mitteln gekämpft: Facebook hat eine PR-Agentur damit beauftragt, eine verdeckte Kampagne gegen Google zu lancieren.

Die Agentur Burson-Marsteller mailte Journalisten Informationen über mögliche Datenschutzverletzungen bei Google - und schlug diesen vor, darüber zu berichten. Das flog auf, als einer der angefragten Autoren, der Blogger Christopher Soghoian, den Schriftverkehr veröffentlichte. Teil des Angebots war, dass die Agentur den Artikel vorbereiten und bei Medien wie der Washington Post platzieren könnte.

Facebook hat inzwischen zugegeben, Burson-Marsteller engagiert zu haben, bestreitet allerdings unlautere Absichten: "Wir haben keine Schmierenkampagne autorisiert oder beabsichtigt", betonte ein Unternehmenssprecher gegenüber internetworld.de. "Wir wollten, dass unbeteiligte Dritte bestätigen, dass die Nutzer es nicht befürworten, wenn Informationen aus Facebook-Konten für Google Social Circles gesammelt und genutzt werden - genauso wie Facebook selbst das nicht billigt. Wir haben Burson-Marsteller engagiert, um Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken." Dafür seien nur öffentlich verfügbare Informationen genutzt worden. Das Netzwerk räumte eine Kommunikationspanne ein: "Das ist eine ernste Angelegenheit und wir hätten sie ernstzunehmend und transparent kommunizieren sollen."

Mit Social Circles ermöglicht Google angemeldeten Nutzern, sich über ihr Konto mit anderen Social-Media-Seiten zu verknüpfen, um Informationen von Freunden bevorzugt in den Suchergebnissen angezeigt zu bekommen. Businessinsider hatte vor zwei Tagen gemeldet, dass Google seine User künftig verstärkt dazu auffordern will, ihre Google-Konten mit denen in sozialen Netzwerken zu verbinden, indem ihnen passende Accounts vorgeschlagen und sie um eine Bestätigung gebeten werden. Auf diese Weise möchte der Internetkonzern Zugang zu den dort abgelegten Infomationen zu bekommen.

Die Konkurrenz zwischen den beiden Unternehmen wächst, seitdem Facebook immer mehr Dienstleistungen in sein Angebot integriert und Google versucht, mit eigenen Anwendungen ebenfalls "social" zu werden. Ende März hat der Konzern in den USA die Funktion "+1" eingeführt, über die angemeldete Nutzer Empfehlungen abgeben können. Diese erscheinen direkt in den Ergebnissen und sollen in Zukunft - ähnlich dem "Gefällt mir"-Button von Facebook - auch auf externen Seiten eingebunden werden können.

Für Datenschutzprobleme sind beide Firmen berühmt: Google musste nach einer Gemeinschaftsklage US-amerikanischer Verbraucherschützer im November 2010 eine Strafe von 8,5 Millionen US-Dollar bezahlen, nachdem sein eigenes soziales Netzwerk Buzz ungefragt sämtliche Nutzerprofile von Gmail-Konteninhabern als Standardeinstellung auf dem Netzwerk öffentlich gemacht hatte. Bei Facebook war erst vor zwei Tagen eine Sicherheitslücke bekannt geworden, die Zugriff auf Mitgliederdaten erlaubt. Bei einem früheren Leck im Oktober 2010 konnten Mailkontakte Dritter über das Netzwerk ermittelt werden, indem man sich unauthorisiert mit falscher E-Mail-Adresse bei Facebook anmeldete.


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