Home / Nachrichten / Medien / Medien & Portale /

EU-Kommission schlägt Datenschutz-Reform vor

Bewertung:
  • Currently 3.5/5 Stars.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

EU-Kommission schlägt Datenschutz-Reform vor

Das Recht auf Vergessenwerden

EU-Kommission schlägt Datenschutz-Reform vor (Foto: istockphoto.com/GodfriedEdelman)

Update Am Montag hatte EU-Kommissarin Viviane Reding auf der DLD Conference eine europaweite Regelung für den Datenschutz angekündigt, heute stellte sie in Brüssel ihre Vorschläge vor.

Durch die Vereinheitlichung der Datenschutzregelungen sollen Unternehmen Kosten in Höhe von etwa 2,3 Milliarden Euro jährlich einsparen können, so die Kommission. Bisher haben die 27 Mitgliedstaaten der EU die Vorschriften von 1995 unterschiedlich umgesetzt. "Die heute vorgeschlagenen Änderungen werden das Vertrauen in Onlinedienste stärken, weil die Bürger künftig besser über ihre Rechte informiert sein und größere Kontrolle über ihre Daten haben werden", begründet Reding den Vorstoß. "Die Reform wird zudem die Geschäftstätigkeit der Unternehmen einfacher und kostengünstiger machen."

Die wichtigsten Änderungen:

  • Unternehmen und Organisationen sollen bei einer schweren Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten künftig die nationale Aufsichtsbehörde unverzüglich benachrichtigen müssen.
  • Alleiniger Ansprechpartner für Organisationen wird künftig die nationale Datenschutzbehörde des EU-Landes sein, in dem sie ihre Hauptniederlassung haben. Ebenso sollen sich Bürger künftig auch dann an die Datenschutzbehörde ihres Landes wenden können, wenn ihre Daten von einem außerhalb der EU niedergelassenen Unternehmen verarbeitet werden.
  • Die Bürger sollen leichter auf ihre eigenen Daten zugreifen und diese bei einem Wechsel zu einem anderen Dienstleistungsanbieter "mitnehmen" können (Recht auf Datenportabilität).
  • Das "Recht auf Vergessenwerden": Alle Bürger sollen das Recht erhalten, ihre eigenen Daten zu löschen, wenn keine legitimen Gründefür deren Speicherung bestehen.
  • Jede außerhalb der EU erfolgende Bearbeitung von personenbezogenen Daten durch auf dem EU-Markt aktive Unternehmen, die ihre Dienste EU-Bürgern anbieten, soll künftig den EU-Vorschriften unterliegen.
  • Die Unabhängigkeit der nationalen Datenschutzbehörden soll gestärkt werden, damit diese die EU-Vorschriften in ihren Ländern besser durchsetzen können.

Firmen, die Datenschutz ernst nähmen, hätten einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz, sagte Reding auf der DLD Conference. "Persönliche Daten sind eine Währung in der Internetwirtschaft. Und wie jede Währung lebt auch diese von Vertrauen." Grenzen zwischen den Ländern müssten überwunden werden, um Innovationen zu unterstützen. Neue Gesetze seien dringend nötig. "In Europa haben wir einen Fleckerlteppich aus Datenschutzgesetzen. Die Fragmentierung ist eine zeit- und finanzintensive Bürde für Unternehmen. Das muss sich ändern."

Der Branchenverband Bitkom bezeichntete den Verordnungsentwurf als "wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem international einheitlich hohen Datenschutzniveau". Präsident Dieter Kempf sieht den Vorschlag dennoch kritisch: "Was wir brauchen, ist keine Verschärfung des europäischen Datenschutzrechts über das in Deutschland geltende, ohnehin sehr hohe Niveau hinaus. Wir brauchen eine Modernisierung, die Freiheitsrechte und Schutzbedarf im Internet in Einklang bringt. Die jetzt vorgelegte Verordnung schießt in vielen Bereichen über das Ziel hinaus."

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft begrüßte die Absicht, eine einheitliche Regelung zu schaffen. Thomas Schauf, Projektleiter Selbstkontrolle Online-Datenschutz: "Problematisch erscheint demgegenüber die offenbar vorgesehene extreme Ausweitung des Konzepts der ‚personenbezogenen Daten‘. Sie führt dazu, dass zunächst grundsätzlich und faktisch jedes Datum und auch rein technische Informationen als personenbezogen gelten könnten." Dies hätte in der Praxis eine Inflation von Einwilligungsanfragen für den Nutzer zur Folge.
Die Vorschläge der Kommission werden nun dem Europäischen Parlament und den EU-Mitgliedstaaten zur weiteren Erörterung übermittelt. Sie sollen zwei Jahre nach ihrer Annahme in Kraft treten.


Anzeige




Kommentare via facebook (beta)Was ist das?

TOP-THEMEN

Button-Lösung kommt: Das müssen Sie wissen

Am 1.8.2012 tritt die "Button-Lösung" in Kraft, die Shopbetreibern weitere Pflichten auferlegt. Wir haben für Sie alles Wichtige zusammengefasst. mehr

Pinterest für Einsteiger

Pinterest ist nicht zu stoppen: Seit Monaten gilt die Pinnwand als der neue Trend in Sachen Social Media. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit sechs Quick-Steps vom neuen Hype profitieren. mehr
Social-Media-Händler

Ranking: Die erfolgreichsten Social-Media-Händler

Wer die beliebtesten US-Händler in den sozialen Netzwerken sind, lässt sich in diesem Top-250-Ranking auf einen Blick feststellen. mehr

Newsletter

Zweimal täglich das Neueste aus Online-Marketing, E-Commerce, Online-Recht und Technik sowie topaktuelle Personalien. Jetzt kostenlos bestellen!



Umfrage

Immer mehr Smartphones gibt es in deutschen Haushalten, folglich steigt auch die Zahl der mobilen Internetnutzer unaufhaltsam an. Rund ein Drittel von ihnen nutzt das Telefon auch zum schnellen Einkauf, das zeigt eine Umfrage des bvh. Womit kaufen Sie lieber ein, mit dem Smartphone oder einem Tablet?

Mit welchem Gerät kaufen Sie mobil ein?

Top 10 Artikel

Ausgabe 26

Internet World Business

Ausgabe 06/2012

"Wir freuen uns auf die Messe"

Am 27. und 28. März öffnet die Internet World in München ihre Tore für Fachbesucher weiterlesen
Apps richtig analysieren (Foto: istockphoto.com/Creativeye

Apps richtig analysieren

Wie lässt sich die Webanalyse auf mobile Apps übertragen und was es dabei zu beachten gilt mehr
Conversion-Optimierung mit Webanalyse (Foto: istockphoto.vom/mbortolino)

Conversion-Optimierung mit Webanalyse

Um die Schwachstellen eines Shops zu finden, müssen dessen Inhalte regelmäßig kontrolliert werden. Wie Händler ihr Monitoring verbessern können mehr
Tipps für intensivere Kundenbeziehungen (Foto: istockphoto.com/boryak)

Tipps für intensivere Kundenbeziehungen

Der Markt für Computerspiele wächst. Um davon zu profitieren, sollten Anbieter auch auf Mailmarketing setzen. So binden Sie Ihre Spieler mehr