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Debatte über Datenschutz

"Wir haben Mark Zuckerberg zu viel überlassen"

Diskussion über Datenschutz

Live Ist Privatsphäre tot? Welche Rolle spielt Anonymität im Web für die Meinungsfreiheit? Und welche Verantwortung tragen Internetunternehmen? Um diese Fragen drehte sich eine Podiumsdiskussion auf der DLD Conference in München.

"Wir sind das Produkt auf Facebook", sagt Andrew Keen von Digital Vertigo. Firmen, die ihre Dienstleistungen gratis anböten und ihr Geld mit Anzeigen verdienten, müssten ihre Nutzer zu Produkten machen, um erfolgreich zu sein.

Bedeuten soziale Netzwerke das Ende des Privaten? "Es ist absurd zu denken, dass die Privatsphäre tot ist", sagt Stefan Groß-Selbeck von Xing. "Das Konzept hat sich jedoch geändert, wir sind bereit, mehr Informationen über uns selbst preiszugeben." Chris Poole von 4chan stimmt zu: "Wir teilen mehr." Das hieße allerdings nicht, dass alles öffentlich sein sollte.

"Das erste Mal in der Geschichte ist Privatsphäre etwas, über das jeder selbst entscheiden kann", argumentiert Sebastian Nerz von der Piratenpartei. Vielen sei jedoch nicht klar, wie öffentlich sie bereits im Netz seien. Eine besondere Verantwortung komme den Firmen zu, die über Daten der Bürger verfügten. "Firmen müssen offenlegen, was mit den bei ihnen hinterlegten Daten passiert. "Wenn ich etwas lösche - ist es wirklich weg oder existiert noch eine Kopie davon?"

Im Web seinen Namen verschweigen zu können, sei unverzichtbar. "Nicht jeder muss anonym sein. Aber er sollte die Option haben", wünscht sich Poole. Für Nerz ist Anonymität eine Grundbedingung für die Meinungsfreiheit: "Man muss frei sprechen können, ohne sich vor den Folgen zu fürchten."

Groß-Selbeck sieht den Zwang zu Klarnamen weniger kritisch. "Wer auf Facebook ist, sollte die Entscheidung darüber, ob Anonymität erlaubt ist, Mark Zuckerberg überlassen", so der Xing-CEO. Eine Ansicht, der Nick Bilton von der New York Times deutlich widerspricht - und das nicht nur wegen der Gefahr eines Hackerangriffs, wie er bei Sony mehrfach aufgetreten ist: "Wir haben Mark Zuckerberg viel überlassen - und viele Menschen sind nicht glücklich damit."


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