Internet bietet neue Chancen für den Journalismus
Schickt die besten Journalisten in die Onlineredaktion: Dirk Ippen (Foto: news aktuell)
Klar ist: Die Verschiebung des Gewichts von den Print- zu den Onlinemedien hat zu einer Aufwertung des Internetjournalismus geführt: „In den Anfängen haben wir die schlechtesten Leute in die Onlineredaktion geschickt, heute gehen die besten dorthin", sagte Ippen. Das Internet biete viele Chancen für Journalisten - ein guter Artikel könne überall auf der Welt gelesen werden.
„Der Journalismus kann im Netz noch besser werden", glaubt Blau. Dass Print besser für Hintergründe geeignet sei, sei ein Mythos. „Es gibt keinen Inhalt, den das Internet nicht besser darstellen kann." Wenn Onlinemedien weniger gute Qualität lieferten als die gedruckte Presse, dann nur deshalb, weil ihre Redaktionen personell weniger gut ausgestattet seien.
Ungeklärt blieb am Montagabend die Frage, wie Onlinemedien mit ihren Inhalten Gewinne erwirtschaften können. Eine Möglichkeit sei die Kombination von frei verfügbarem und kostenpflichtigem Content, so Ippen: "Die Lösung liegt für mich darin, so interessante Inhalte online zu bieten, dass ein Teil davon bezahlt wird. Das kann ich mir zum Beispiel für Informationen über den Münchner Immobilienmarkt vorstellen."
Auch Blau glaubt daran, dass Internetnutzer grundsätzlich für journalistische Inhalte Geld ausgeben würden - aber nicht für Content, wie er derzeit im Netz veröffentlicht wird. „Die Inhalte, für die die User zu zahlen bereit sind, müssen wir noch entwickeln."
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Michael Rosenthal am 19.06.2009
Journalismus im Net bezahlen
Sehr geehrter Herr Dr. Ippen,
offen und ehrlich mag niemand für den Journalismus bezahlen, der heute in den Printmedien geboten wird.
Einheitsbrei und Fehlerberichtigungen füllen nicht nur Ihre Blätter.
Einseitige Meinungsmache (als Extrem nehmen wir einmal das Parteiblatt "Frankfurter Rundschau"), sowie das Hochleben und Fallenlassen politischer und anderer Prominenter ist leider Tagesordnung der Medien geworden.
Der Medieneinfluß auf politische Meinungsbildung war wohl nie so groß wie heute.
Merkel simst, Obama twittert und Ippen heult.
Money makes the world go round - nicht erst durch die derzeitige Weltwirtschaftskrise ist das Problem der Printmedien entstanden. Wegen der starren Strukturen und des intellektuellen Idealismus haben die Offlinemedien schon lange den Anschluß an die Zukunft verpaßt.
Salman Rushdie beklagte vor Jahren in einem Interview mit dem STERN, "der investigative Journalist wird durch den kommentierenden Kolumnisten ersetzt".
Qualität sieht anders aus.