"Kinofilme werden künftig zuerst im Netz gezeigt"
22.01.2010 11:24 Tanja Gabler
Thilo Burgey, Videovalis
Mit einem vertikalen TV-Netzwerk will Videovalis-Geschäftsführer Thilo Burgey Zuschauerzahlen erzielen, die die Reichweite des Fernsehens übertreffen. internetworld.de sprach ihm über sein Geschäftsmodell, mit dem er den Portalen die Filme kostenlos anbieten will.
Was bieten Sie mit Ihrem Start-up Videovalis an?
Thilo Burgey: Mit Videovalis decken wir zwei Bereiche ab: Bewegtbild-Syndikation, bei der wir Inhalte weitervertreiben. Hier arbeiten wir mit bereits mit Bild.de und T-Online zusammen. Zum anderen bauen wir ein vertikales TV-Netzwerk auf und das ist extrem spannend.
Was ist das Spannende daran?
Burgey: Wir können durch die Verbreitung des identischen Contents auf unterschiedlichen Portalen eine Reichweite von mehreren Millionen Zuschauern erreichen – und das ist dann sowohl für große Werbekunden als auch für die Produzenten von zum Beispiel Blogbustern interessant, da genau diese Reichweiten dem TV ähnlich sind oder diese sogar übertreffen. Zusätzlich haben wir online selbstverständlich alle bekannten Mess- und Steuermöglichkeiten sowie eine optimale Zielgruppenansprache.
Wie wollen Sie eine solche Reichweite schaffen?
Burgey: Als Abnehmer kommen die großen Portale infrage. Ich kann mir gut vorstellen, dass Kinofilme künftig erst im Web und dann im Fernsehen gezeigt werden. Eine umgekehrte Welt.
Wo kaufen Sie die Inhalte ein?
Burgey: Überall. Wir reden mit großen TV-Produzenten ebenso wie auch mit kleinen Firmen, die hochwertige Inhalte fürs Web produzieren.
Warum sollten sich bekannte Produzenten darauf einlassen?
Burgey: Bei Abrufzahlen im hohen Millionenbereich lohnt es sich für Produzenten, fürs Netz zu produzieren. Wir beteiligen sie an den Einnahmen aus der Werbung, dennoch gehört ihnen der Inhalt nach wie vor – im Gegensatz zum TV. Dazu kommt: Wir wollen die Inhalte nicht nur im Web zeigen, sondern auch über IPTV und auf mobilen Endgeräten.
Was kostet es ein Portal, Filme von Videovalis einzubinden?
Burgey: Die Portale zahlen nichts für unsere Inhalte, im Gegenteil: Sie verdienen noch daran. 50 Prozent der Werbeeinahmen bekommt die Website, auf der die Inhalte laufen, von der anderen Hälfte erhält der Produzent das meiste und wir den Rest. Deswegen glaube ich auch nicht, dass wir ein Problem haben werden, Reichweite für unsere Inhalte zu generieren.
peter am 22.01.2010
"blogbuster"
gefällt mir gut ... ;-) dennoch Kino ist nicht ersetzbar, aber viele Filme müssten nicht im Kino laufen!
Gerrit am 22.01.2010
Kino
Das Internet wird das "klassische Fernsehen" definitiv ersetzen, ip tv + Festplattenrec. sind einfach angenehmer und durch Dumping Preise für die benötigte Hardware dauert es auch nicht mehr lange!
Ebenso könnte es mit Kino laufen, jedoch bleibt natürlich zu sagen, dass der soziale hier nicht mitberechnet ist !
Marc am 22.01.2010
Kino
Ich denke auch nicht, dass man "Kinofilme" zuerst im Netz schauen wird.
Hans W. am 22.01.2010
zeitlich versetzt
Wenn man davon ausgeht, dass Filme online erst dann erscheinen, wenn z.B. auch DVD's erhältlich sind ist das ein Argument. Da wird sich aber verhältnismäßig nichts an den Kinobesuchen ändern.
Christian P. am 22.01.2010
Kinofilme im Netz
Wieso nicht? Ob 2010 mag ich stark bezweifeln, aber mit Bild gibt es einen Vorreiter.. wenn auch nicht die aktuellsten Filme, aber Kinofilme... Wenn´s mit dem streamen hinhaut und nicht so problematisch wird wie bei z. B. dem U2-Konzert - dann bin ich gespannt! Behalte das mal im Auge.. ist spannend...
tcf am 22.01.2010
Unterschied
....die soziale Komponente, das Zusammenkommen im Kino, das Erlebnis... das ist nicht ersetzbar..noch nicht ;-)
Hans W. am 22.01.2010
Chance?
"Kinofilme werden künftig zuerst im Netz gezeigt"
--> Das kann ich mir kaum vorstellen. Meiner Meinung nach wird das so nicht funktionieren! Das Internet wird niemals den Fernseher und schon gar nicht das Kino ersetzen.