Axel Springer gegen Zensur im App-Store
Artenschutz fürs Bikinimädchen
24.02.2010 12:04 tga
Bei Apple nicht gerne gesehen: Bikinimädchen
Apple macht seine Ankündigung wahr und löscht Anwendungen, die sich um Sex und Erotik drehen, aus seinem Downloadangebot. Der Axel Springer Verlag schlägt Alarm, denn auch eine App von Bild könnte betroffen sein.
Die Sorge des Verlags betrifft das "Bild-Girl zum Schütteln", das die User der iPhone-App durch heftiges Rütteln des Smartphones ausziehen kann. Spiegel Online zufolge soll die neue Version der Anwendung, mit der der Verlag Geld verdienen will, von der US-Firma Apple nicht abgesegnet werden. Bei Axel Springer will man nun auf die Barrikaden gehen. Donata Hopfen, seit Januar Chefin von Bild Digital, warnt in einem Schreiben an den Zeitungsverlegerverband vor Zensur. "Heute sind es nackte Brüste", wird Hopfen von Spiegel.de zitiert, "morgen womöglich redaktionelle Artikel".
Apple hat in dieser Woche bereits 5.000 Anwendungen wegen sexueller Inhalte aus seinem App-Store entfernt. TechCrunch zufolge sind nicht einmal mehr Bikini-Fotos erlaubt.
Für Axel Springer sind Apps ein heikles Thema - zuletzt hatte der Verlag gegen die kostenlose Tagesschau-Anwendung fürs iPhone mobil gemacht. Der Grund: Der Verlag versucht, Bezahlinhalte im Web durchzusetzen - und Smartphone-Anwendungen sind der Bereich, in dem das Paid-Content-Modell die größten Chancen hat.
medel am 24.02.2010
Artenschutz für Bikinimädchen?
Liebe Leser, das Geschrei um Zensur im Internet ist einfach unerträglich. Schon als die Diskussion um die Vorschaltseiten gegen Kinderpornoseiten einsetzte, habe ich gedacht, ich höre nicht recht. Kein normaler Mensch kann doch dagegen sein - und wenn Ängste bestehen, das politische Inhalte betroffen sind, sollte man sich ganz konkret dagegen stellen, aber nicht gegen die verzweifelten Versuche, die Verbreitung von solch niederträchtigem Zeug zu unterbinden!
Und jetzt sind es die "armen" Bkinimädchen aus der BILD, die vor der bösen Zensur von Apple geschützt werden müssen? Ich bin weder prüde noch Latzhosen-Emanze (Und weder dick noch häßlich - bevor mir jemand Neid unterstellt!) aber es trotzdem einfach leid, im Jahr 2010 z.B. am Kiosk immer noch auf gefühlte hunderte Zeitschriftentitel mit (halb-)nackten Frauen zu schauen. Es nervt - und es prägt das Frauenbild in der Gesellschaft in einer Weise, die mir nicht gefällt.
Frauen machen heute höhere und bessere Bildungsabschlüsse - das sollte mann begeistert bestaunen und nicht entblößte Damen, die sich drauf beschränken, ihren nackten Hintern zu verkaufen!
NathanQuest am 24.02.2010
Apple und "Zensur"
Soweit ich weiß ist Apple damit auf Beschwerden eingegangen, die in erster Linie von Anwendern aus den USA kommen - und die sich durch eben diese "Bikini-Bilder" und Anwendungen jeglicher Art mit anzüglichen Inhalten kompromitiert fühlten.
Und wieder startet eine Debatte, die sinnlos wie doppelzüngig ist. Gewalt jedweder Form stellt im AppleStore aber kein Problem dar (Ok, in Deutschland schon - aber da hat sich bisher niemand lautstark beschwert). Und da muss ich mich schon wundern über den voran gegangenen Kommentar. Diese Probleme der Wahrnehmung und Einschätzung gibt es immer wieder - auch bei Apple. Im Store findet man genügend Beispiele von Anwendungen, die in den Ländern unterschiedlich gehandhabt werden.
Einer virtuellen Frau per App den Rock hochzupusten ist "schlüpfrig" und wird abgelehnt, massakrieren von lustigen Bären im Blutrausch nicht... *seufz*
Eine nie enden wollende, müßige und immer alberner werdende Diskussion, weil es keinen Konsens geben wird. Und mit jedem technischen Plattform geht's wieder von vorne los.
my 2 cents...
Chr. Koch am 24.02.2010
Danke, Apple.
Oh ja, Zensur, Zensur. Da geht man gleich wieder auf die Barrikaden. Wenn nicht gleich jedes Portal, dass es im Web gibt, auch nackte Brüste verbreitet, ist das natürlich höchst bedenklich.
Die Ansage von Apple, gerade im Blick auf unsere "Volkszeitschrift" Bild, zeigt doch, wo wir hingelangt sind. Danke, Apple, dass du uns mal darauf hinweist, was bei uns "normal" ist: Nackte Brüste auf einer Tageszeitung. Und danke, dass das im AppStore nicht sein muss und es tatsächlich noch "Räume" im Web gibt, wo man sich bewegen kann, ohne gleich von nackten Wesen überfallen zu werden. "Räume" wo noch ein wenig Anstand herrscht.
Natürlich begibt sich Apple auf einen Weg, der Fragen aufwirft (siehe auch http://www.focus.de/digital/handy/iphone/app-store-apple-loescht-sexprogramme_aid_483032.html). Was ist mit Podcasts? Was ist mit den Filmen im iTunes-Store? Da ist auch nicht alles clean ...
Warten wir mal ab, welche Regeln Apple aufstellen wird. Auf jeden Fall ist es für einen jemanden wie mich, der Christ ist und Gottes Maßstäbe für sinnvoll erachtet, eine wahre Freude, dass ein Weltkonzern Rückgrad beweist und nicht jeden Schmuddelkram verkaufen will.