Typologisierung von Onlineshops
Von Basisanbietern und E-Champions
27.10.2011 10:00 tga
(Foto: istockphoto.com/DNY59)
Welche Typen von Onlineshops gibt es und was müssen sie tun, um noch erfolgreicher zu werden? Das hat SapientNitro jetzt anhand der 25 führenden deutschen Mulitchannel-Händler untersucht. Fest steht: Es gibt einiges an Nachholbedarf.
Ein Onlineshop eines Multichannel-Händlers ist aus Sicht der Kundengewinnung und -bindung erfolgreich, wenn er in vier zentralen Kriterien leistungs- und wettbewerbsfähig aufgestellt ist: die Attraktion von Internetnutzern in den Onlineshop und damit Exposition zu Marke und Sortiment
- die Wandlung von Besuchern in Käufer
- die Weiterempfehlung an Freunde
- die Zuführung von Kunden in andere Vertriebskanäle.
Eine zentrale Erkenntnis der Studie "Who is Shop and who is not" lautet, dass der Erfolg eines Shops sehr stark von der Qualität der Kundenerfahrung abhängt. Acht Facetten wurden bewertet: die Navigation und Suche, die Produktinszenierung, der Bestellvorgang, das Merchandising beziehungsweise die Kampagnen, die Personalisierung, Hilfe und Kontaktmöglichkeiten sowie Layout und Design und die Technik.
Dabei wurden vier Typen identifiziert: E-Champions, Bedarfsdecker, Basisanbieter und Fanclubs - mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Optimierungspotenzial.
E-Champions
Shops mit hoher Anziehungskraft, denen es überdurchschnittlich häufig gelingt, Shopbesucher auch zu Käufern zu machen und die gerne weiterempfohlen werden. Allerdings gelingt es diesem Shop-Profil weniger häufig, Kunden alternativen Vertriebskanälen zuführen und eine hohe Multichannel-Nutzungsquote zu erreichen.Angesichts der durchgängig sehr hohen Multichannel-Nutzung im gesamten Feld ist dies aber eher als Ausdruck einer relativ hohen Wettbewerbsfähigkeit des Onlineshops zu werten, auch reine Onlinekäufer anzuziehen und insofern nicht zwingend eine Schwäche. Mit Conrad Electronic und Weltbild verfügen nur zwei Shops über dieses Profil.
Diese Shops haben bereits eine relativ starke Position und sollten diese durch eine konsequente Optimierung weiter ausbauen. Instrument hierzu ist unter anderem eine Multichannel-Kundensegmentierung: Welche unterschiedlichen Kundensegmente sind kanalübergreifend bekannt, welche Bedarfe haben die Segmente und welche Optimierungschancen ergeben sich durch segmentspezifische Anpassungen des Angebots? Darüber hinaus sollte gezielt der Vergleich mit leistungsstarken Pure Plays bei operativen Themen wie zum Beispiel Marketingeffizienz und Konversion gesucht werden.
Verbesserungsmöglichkeiten:
- Investition in die Analyse von Kundensegmenten und ihrer Bedarfe (zum Beispiel Mehrkanal- versus Einkanal-Käufer); segmentspezifische Optimierung des Angebots
- Orientierung an Vergleichen mit Online Pure Plays bei der Weiterentwicklung des Angebots.