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Digitale Musikumsätze legen kräftig zu

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Digitale Musikumsätze legen kräftig zu

Jeder sechste Euro wird online gezahlt

Digitale Musikumsätze legen kräftig zu (Foto: radio.de)

Immer mehr Menschen beziehen ihre Lieblingsmusik über das Internet - und das zunehmend über legale Quellen. Im Jahr 2011 haben rund 7,7 Millionen Deutsche Musik als Download gekauft. Die digitalen Musikverkäufe spülten der Industrie im vergangenen Jahr 247 Millionen Euro Umsatz in die Kasse.

Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg von 21,2 Prozent. Damit konnte der Absatzrückgang bei CDs, DVDs und Schallplatten nahezu vollständig kompensiert werden, erklärt der Bundesverband Musikindustrie (BVMI).

Insgesamt stieg der Gesamtumsatz aus digitalen und physischen Musikverläufen sowie den Einnahmen aus Leistungsschutzrechten um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,67 Milliarden Euro. Der Digitalmarkt trägt 16,6 Prozent zum Gesamtumsatz bei.

Anders als ursprünglich seitens der Musikindustrie befürchtet, nimmt das sogenannte Cherrypicking - also der Kauf von Einzelstücken - nicht überdurchschnittlich zu. Im Jahr 2011 stieg der Umsatz mit einzelnen Songs um 30,3 Prozent, während der mit Download-Alben um 27,8 Prozent zulegte. In den vergangenen sechs Jahren hat sich die Zahl der Online-Musikkäufer mehr als verdoppelt. Waren es 2005 lediglich drei Millionen, so stieg ihre Zahl 2011 auf 7,7 Millionen.

 
 
Umsatz digitaler Musik zwischen 2004 und 2011

Der Umsatz von digitaler Musik wächst kräftig (Grafik: statista)

Neue Musikdienste erobern zurzeit das Internet und auch die sozialen Netzwerke. Seit Ende 2011 ist in dieses Marktsegment viel Bewegung gekommen. Allein die Zahl der Streaming-Dienste habe sich hierzulande innerhalb weniger Monate von zwei auf neun erhöht. Inzwischen gäbe es insgesamt rund 70 Onlinemusikdienste in Deutschland.

Ihr grundlegendes Geschäftsmodell liegt trotz der häufig zu findenden Freemium-Modelle, in bezahlten Abonnements. Allerdings sei dieser Bereich noch stark ausbaufähig. Im Jahr 2011 spielten die Einnahmen aus den Abos und aus der Werbung bei diesen Diensten lediglich eine untergeordnete Rolle.

Während die Onlineumsätze in die Höhe schnellen, ging der Absatz klassischer Tonträger um 3,8 Prozent zurück. Dennoch wird mit ihnen mit 83,4 Prozent der Löwenanteil des Umsatzes (1,089 Milliarden Euro) in Deutschland erwirtschaftet.

"Klingelbeutel im Netz taugen nicht"

"Die Streaming-Dienste demonstrieren anschaulich den Paradigmenwechsel, der in der Musiknutzung stattgefunden hat: Der Käufer entscheidet individuell, wie und wann er seine Musik hören und gegebenenfalls sammeln will - oder sogar, ob er diese überhaupt noch selbst besitzen möchte", erklärt BVMI-Geschäftsführer Florian Drücke. "Entlang den veränderten medialen Gewohnheiten sind spannende neue Möglichkeiten entstanden, Musik zu konsumieren – als Download, Stream, in der Cloud oder gekoppelt an soziale Netzwerke."

Auch für Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des BVMI, belegen die aktuellen Zahlen, dass sich sowohl auf Seiten der Verbraucher wie in der Industrie ein Bewusstseinswandel vollzogen hat und die damit einhergehenden Investitionen in neue Vertriebskanäle und -modelle auszuzahlen beginnen. Eine Trendwende mag er jedoch noch nicht erkennen, da nach wie vor legale Angebote mit "massenhaft illegalen Umsonstangeboten im Netz" konkurrieren müssten.

Angesichts dessen erteilt er pauschalen Vergütungsmodellen eine Absage: "Die Forderung, Kultur im Internet gratis konsumieren zu können, mag aktuell populär sein, ist aber genauso realitätsfern. Die Vorschläge pauschaler Vergütungsmodelle lassen häufig den mangelnden Respekt vor der kreativen Leistung der am Schaffensprozess beteiligten Personen erkennen, und auch Finanzierungen mit dem Klingelbeutel im Netz taugen nicht als allgemeingültiges Wirtschaftsmodell für die Künstler und Kreativen."


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