Die nächsten Aufgaben: Internationalisierung und Vermarktung
Können Sie schon erste Ergebnisse des Relaunches feststellen?
Koeper: In erster Linie sehen wir, dass die Nutzer nun besser durch das Angebot geführt werden und verlassen unsere Seite öfter als vorher an dem von uns gewünschten Ausgang, nämlich der Schnittstelle zu den Anbietern. Zudem hatte das Redesign auch einen positiven Impact auf die Suchmaschinen.
Seit kurzem bietet daparto auch gebrauchten Teilen eine Heimat. Was erhoffen Sie sich davon?
Koeper: Durch die Öffnung unseres Marktplatzes für Gebrauchtteile konnten wir unser Angebot um fast 250.000 Artikel erweitern. Das ergänzt unser Angebot sehr gut, da sich Gebrauchtteile in vielen Fällen komplementär zu Neuteilen verhalten. Die anderen beiden Säulen sind zum einen sogenannte Identteile, das heißt zu Markenprodukten baugleiche Produkte von Herstellern wie Bosch oder Hella, von denen wir mehr als 2,2 Millionen im Angebot haben und zum anderen Originalteile der KFZ-Hersteller. Die Autoindustrie ist interessiert daran, auch im Bereich der Ersatzteile stärker im Internet in Erscheinung zu treten. Bislang bremsen hier aber strukturelle Probleme. Die großen Konzerne und Autohäuser betreiben beispielsweise im Gegensatz zu den Verwerterbetrieben und Händlern aus dem freien Markt bisher kaum Onlineshops. Sie werden sich aber über kurz oder lang auch im Internet finden.
Welche Projekte stehen für die nächste Zukunft an?
Koeper: Derzeit konzentrieren wir uns voll auf die weitere Entwicklung von daparto. So wollen wir unsere Suche beziehungsweise den im Bereich der Autoteile recht komplexen Auswahl-Flow zum Jahresende noch weiter verfeinern. Unser Marktplatz wird durch seine klar definierte Nutzergruppe auch immer interessanter für Werbetreibende. Deshalb werden wir uns auch für die Vermarktung unseres Angebots sowie Partnerschaften mit Automobil-Seiten öffnen. Ein dritter Punkt ist die Internationalisierung unseres Portals. Geplant ist, die bestehende Seite in weiteren Sprachen anzubieten. Dabei sind unter anderem die osteuropäischen Länder sehr interessant.
Bjaerne am 19.10.2009
Interessanter Ansatz in mir noch unbekanntem Segment
daparto war mir bislang unbekannt, was wohl daran liegt, dass ich mich bisher nicht mit dem Thema "Do It Yourself Auto-Schrauben" beschäftigt habe. Wenn man überlegt wie groß der Markt für Autoreparaturen allein in DE ist (angeblich >20 Mrd. Euro) bzw. dass das Selbst reparieren in Zeiten finanzieller Engpässe bestimmt zunehmen wird, macht der Ansatz sehr viel Sinn. Das Beispiel zeigt auch einmal mehr, dass es weiterhin interessante vertikale Ansätze in Spezial-Bereichen gibt, die bisher fast nur von ebay abgedeckt wurden, die man im Vergleich dazu aber deutlich besser machen kann (was ja idealo, billiger.de & Co. schon in anderen Segmenten gezeigt haben).