"Nicht jeder der ein Auto besitzt, gehört zur Zielgruppe"
19.10.2009 10:56 David Henning
Christian Koeper leitet zusammen mit Stefan Friemel den Autoteilemarktplatz daparto
Die Deutschen sind ein Volk der Schrauber und Bastler. Das belegen alljährlich die milliardenschweren Umsätze der Automobilzulieferer. Ein beträchtlicher Teil davon wird mittlerweile online erzielt. internetworld.de ließ Christian Koeper von daparto, der den Autoteilemarktplatz zusammen mit Stefan Friemel gegründet hat, nach sechs Monaten eine erste Bilanz ziehen.
Wie hat sich daparto seit dem Start im März dieses Jahres entwickelt?
Christian Koeper: Wir haben das Projekt auf der Grundlage unserer Erfahrungen bei eBay Motors gestartet. Dort war und ist es für die Nutzer sehr schwierig, gewünschte, passende Teile zu finden. Deshalb war die Entwicklung einer guten Suchfunktion, mit der gezielt relevante Angebote gefunden werden können, von großer Wichtigkeit. Das haben wir ganz gut hinbekommen. Aktuell haben wir monatlich rund 160.000 Unique Visitors und erreichen zirka 1,2 Millionen Pageimpressions.
An wen richtet sich daparto?
Koeper: Primär sprechen wir mit unserem Angebot private Schrauber und Bastler an. Dieser Markt besitzt nach wie vor eine signifikante Größe. Aber auch kleinere Werkstätten gewinnen im Kontext weniger zeitkritischer Reparaturen an Bedeutung.
Was haben Sie für den Erfolg getan?
Koeper: Wir haben das Portal natürlich für Suchmaschinen optimiert und sind auch im Suchmaschinenmarketing aktiv. Darüber hinaus haben wir versucht, unser Angebot in thematisch relevanten Bereichen wie Foren, Blogs und Fachmagazinen bekannt zu machen. Hier war sehr wichtig zu lernen, welche Maßnahmen funktionieren und welche - zum Teil auch vermeintlich sinnvollen - nicht.
Wie viele Anbieter stellen ihre Produkte bei daparto ein?
Koeper: Wir haben zurzeit etwa 40 Anbieter, zu denen sowohl Online-Händler unterschiedlicher Größe und Verwerterbetriebe, als auch Big Player wie ATU oder Delticom gehören. Dadurch kommen wir auf 2,8 Millionen einzelne Angebote. An unsere Anbieter konnten wir allein im September Autoteile im Wert von mehr als 4,2 Millionen Euro vermitteln. Die Abrechnung erfolgt dabei per CPC- und CPO-Modell.
Nach den ersten sechs Monaten haben Sie die Seite einem Relaunch unterzogen. Was wurde dabei verändert?
Koeper: Der Relaunch war vor allem funktionaler Natur. Nutzer haben bei daparto die Möglichkeit per Volltextsuche, über die Teilenummer oder per dedizierter Fahrzeugauswahl mit Hilfe von KFZ-Katalog oder Fahrzeugschein zu suchen. Diese Aspekte haben wir jetzt noch stärker miteinander verbunden. Gibt der User nun einen Suchbegriff wie „Kupplung Golf" ein, fragt die Suchengine im nächsten Schritt das genaue Automodell ab, um anschließend möglichst relevante Produkte anzuzeigen. Unser Ziel als Marktplatz ist es, den Nutzern die für sein Auto passenden Produkte aufzulisten, aus denen er dann einen Händler auswählen kann. Der eigentliche Verkauf erfolgt dann auf der Seite des angeschlossenen Anbieters. Als weiteres neues Element ist die „Teile-Box" hinzugekommen, die den Nutzern vor allem unsere Funktionsweise als Produkt- und Preisvergleich veranschaulichen soll.
Artikel Übersicht
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- Die nächsten Aufgaben: Internationalisierung und Vermarktung
Bjaerne am 19.10.2009
Interessanter Ansatz in mir noch unbekanntem Segment
daparto war mir bislang unbekannt, was wohl daran liegt, dass ich mich bisher nicht mit dem Thema "Do It Yourself Auto-Schrauben" beschäftigt habe. Wenn man überlegt wie groß der Markt für Autoreparaturen allein in DE ist (angeblich >20 Mrd. Euro) bzw. dass das Selbst reparieren in Zeiten finanzieller Engpässe bestimmt zunehmen wird, macht der Ansatz sehr viel Sinn. Das Beispiel zeigt auch einmal mehr, dass es weiterhin interessante vertikale Ansätze in Spezial-Bereichen gibt, die bisher fast nur von ebay abgedeckt wurden, die man im Vergleich dazu aber deutlich besser machen kann (was ja idealo, billiger.de & Co. schon in anderen Segmenten gezeigt haben).