Vorwurf der Steuerhinterziehung
Unister-Manager in Haft
12.12.2012 09:25 dg
Unister-Chef Thomas Wagner: In seinem Unternehmen sollen Steuern hinterzogen worden sein.
Die Vorwürfe gegen das Leipziger Internet-Unternehmen Unister haben sich zugespitzt: Nach der Durchsuchungsaktion am gestrigen Dienstag mussten zwei Manager in Haft bleiben. Es besteht Flucht- und Verdunklungsgefahr, teilte die Dresdner Staatsanwaltschaft mit.
Das Landeskriminalamt (LKA) hat am Dienstag die Räume des Leipziger Unister durchsucht. Die Firma soll Versicherungsprodukte - insbesondere Reiserücktrittsversicherungen - ohne Genehmigung verkauft und dabei Steuern hinterzogen haben, rechtfertigte Wolfgang Klein, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden, die Razzia vor lokalen Medien. Der Steuerschaden soll bei rund einer Million Euro liegen. Ermittelt wird gegen acht führende Mitarbeiter des Unternehmens, darunter ist auch wenigstens ein Geschäftsführer.
[Update] Gegen zwei Manager wurde am gestrigen Dienstag zudem Haftbefehl beantragt. Sie sitzen in Untersuchungshaft. "Es besteht aus unserer Sicht Flucht- und Verdunklungsgefahr", sagte Klein. Den Managern wird vorgeworfen, selbst eine Art "Reiserücktrittsversicherung" angeboten zu haben, die vor Unkosten schützt, wenn ein gebuchter Urlaub aus wichtigem Grund storniert wird. Da es sich dabei jedoch um eine Versicherungsleistung handle, dürfe Unister eine solche Dienstleistung nicht anbieten. Außerdem hätte für den Service eine Versicherungssteuer entrichtet werden müssen, was Unister unterließ. [/Update]
Das Verfahren geht auf eine anonyme Anzeige von Anfang Oktober zurück. "Den Vorwürfen sind wir nachgegangen. Im Laufe der Ermittlungen hat sich der Verdacht auf Steuerhinterziehung und unbefugter Geschäftstätigkeit nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) bestätigt," sagte Klein.
Insgesamt wurden in den frühen Morgenstunden 20 Büros und Wohnungen in den Standorten Leipzig, Dresden, Hamburg und Stralsund durchsucht und Akten und Computer beschlagnahmt. Der Geschäftsbetrieb bei Unister sei aber nicht beeinträchtigt, teilt ein Sprecher des Unternehmens mit. "Unsere Anwälte prüfen die Vorwürfe. Weiter äußern wir uns dazu derzeit nicht", hieß es.
Das 2002 gegründete Internetunternehmen Unister beschäftigt 1.500 Mitarbeiter in Leipzig, Hamburg, Dresden, Chemnitz, Jena, Magdeburg und Stralsund. Es betreibt verschiedene Online-Portale zu Themen wie Automobile, Finanzen, oder Reisen.