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Unister-Chef teilt aus

"Schwere Sauereien in Arbeit"

Unister-Chef Thomas Wagner sieht sein Unternehmen illegalen Praktiken ausgesetzt

Bei Unister geht es drunter und drüber: In einer kruden Mitteilung wirft der skandalerprobte Unister-Chef ungenannten Wettbewerbern vor, sein Unternehmen angreifen zu wollen und dabei auch nicht vor illegalen Methoden zurückzuschrecken. "Schwere Sauereien" seien in Arbeit, schreibt er, doch sein Unternehmen "richte sich darauf ein".

Unister kommt nicht zur Ruhe, Noch-Geschäftsführer Thomas Wagner rechnet mit weiteren Turbulenzen. Die Schuld an der Misere seines Unternehmens sieht er jedoch nicht in eigenen Verfehlungen. Vielmehr glaubt er, dass Wettbewerber "massive Angriffe" gegen sein Unternehmen richten und dabei auch nicht vor illegalen Methoden zurückschrecken werden. "Es deutet sich jedoch an, dass andere Marktteilnehmer im Wettbewerb mit uns die Grenzen des Rechts erheblich überschreiten werden", erklärt Wagner wörtlich. "Wir wissen, dass schwere Sauereien in Arbeit sind und richten uns darauf ein." Gegen wen sich die Vorwürfe richten, ließ sich der Mitteilung nicht entnehmen.

In Kürze will der 34jährige Wagner, der das Unternehmen gründete, aus der operativen Geschäftsführung ausscheiden und in eine strategisch ausgerichtete Funktion wechseln. Die Suche nach einem Nachfolger sei bereits "so gut wie beendet", teilte das Unternehmen heute mit.

Das Leipziger E-Commerce-Unternehmen Unister ist in den vergangenen Wochen mehrfach in die Schlagzeilen geraten. Im Dezember wurde das Unternehmen in einer großangelegten Razzia durchsucht. Der Vorwurf lautete auf Steuerhinterziehung und den Vertrieb nicht genehmigter Versicherungen. Drei Top-Manager, darunter nach Medienberichten auch der Firmengründer und Geschäftsführer, wurden in Untersuchungshaft genommen. Inzwischen sind sie gegen Auflagen wieder frei gekommen. Auf den spektakulären Schlag der Dresdner Staatsanwaltschaft folgten eine Reihe weiterer Vorwürfe, die Verstöße gegen Datenschutzbestimmungen und fragwürdige Geschäftspraktiken betrafen. Die Seriosität verschiedener Unister-Dienste wurde aber auch schon in zahlreichen vorhergehende Medienberichten angezweifelt. So sollen auf Dating-Portalen Lockvögel agiert haben, Reiseangebote seien mit versteckten Zusatzleistungen verteuert worden.


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