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Online-Shop Yorxs setzt auf Diamanten und individuellen Schmuck

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Online-Shop Yorxs setzt auf Diamanten und individuellen Schmuck

"Der nächste Trend im E-Commerce-Bereich"

Online-Shop Yorxs setzt auf Diamanten und individuellen Schmuck

Yorxs-Gründer Sven Kielgas, Casimir Graf Maltzan und Joachim Giehl

Interview Diamanten über das Internet verkaufen? Genau das macht das Münchner Start-up Yorxs, das seit Februar 2012 online ist. Durch ein höheres Maß an Transparenz will der Internetjuwelier Vertrauen beim Schmuckkauf schaffen. INTERNET WORLD Business sprach mit zwei der drei Gründer, Joachim Giehl und Sven Kielgas.     

Was hat Sie dazu veranlasst, Ihr Premiumsegment online zu vertreiben?

Sven Kielgas: Die typische Reaktion des Durchschnittsbürgers ist: Derart hochwertige Ware im Internet verkaufen, kann nicht funktionieren. Es funktioniert aber, nämlich dann, wenn das Produkt exakt beschreibbar ist. Wir legen deshalb den Fokus auf zertifizierte Diamanten und individuellen Diamantschmuck. Der Vorteil von unserem Online-Modell ist, dass der Kunde viele Kombinationsmöglichkeiten hat. Wir haben etwa 120.000 verschiedene Steine im Angebot und 70 verschiedene Fassungen für Ringe, Anhänger und Ohrringe. Mit einem Konfigurator können sich Kunden ihren Schmuck nach eigenen Vorstellungen gestalten. Der klassische Juwelier in der Einkaufsstraße lebt in der Regel von der Intransparenz über die zwölf wertbestimmenden Kriterien bei Diamanten; ein Diamant-Einkaräter kann eben zwischen 2.000 und 35.000 Euro kosten. Das nutzen wir, indem wir Transparenz schaffen. Auf unserer Website kann man zielgerichtet suchen und sich mit den bereitgestellten Informationen eine fundierte Wissensbasis aneignen.

Joachim Giehl: Wir konnten beobachten, dass der Markt sich in den letzten 20 Jahren von Commodity-Produkten hin zum Fashionbereich und zu höherwertiger Mode entwickelt hat. Der nächste Trend im E-Commerce ist der Luxury-Bereich. Da gibt es bis dato relativ wenige Anbieter und Produzenten, die eine echte Online-Strategie verfolgen. In der Regel sind es große Marken, die schon im Offline-Bereich sehr präsent sind. Zwei bekannte Beispiele sind Thomas Sabo und Christ. Wir wollen demnächst auch offline gehen, werden aber keine Läden in teuren Lagen, sondern eine Art 'Info-Boutiquen' eröffnen. Dort kann man sich beraten lassen und zum Beispiel Steingrößen vergleichen, kaufen kann man aber nur online. Gegenüber anderen Branchen haben wir dadurch den Vorteil, dass wir keine bestehenden Geschäftsmodelle kannibalisieren.

Welche Zielgruppe sprechen Sie an?

Kielgas: Wir haben uns sehr genaue Vorstellungen darüber gemacht, welche Zielgruppe wir erreichen wollen. Diese Vorstellungen erfüllen sich nur teilweise. Drei Viertel unserer Kunden sind Männer, die einer Frau ein Geschenk machen wollen, beispielsweise zur Verlobung oder zur Hochzeit. Ein Viertel besteht aus Frauen, die sich selber etwas gönnen wollen. Da gibt es offensichtlich einen Trend: Die selbstbewusste, erfolgreiche Geschäftsfrau, die Single ist, die aber trotzdem nicht auf einen schönen Ring verzichten will. Allgemein sprechen wir die sogenannten Affluent Performers an - aufstiegsorientierte, erfolgreiche Menschen, die ihre Leistung schon unter Beweis gestellt haben, die aber noch weiter kommen wollen - und die sich nicht übers Ohr hauen lassen wollen. Die meisten Männer haben keine Lust, sich in ihrer knappen Zeit durch Juweliergeschäfte schleppen zu lassen, wo sie auch noch eine schlechte Figur machen. Wir bieten den Komfort, bequem vom Schreibtisch aus kaufen zu können. Wir wollen eine Marke für Smart Consumers sein, die sich etwas leisten können und bewusst kaufen wollen.

Wie werden Ihre Produkte nachgefragt?

Giehl: Wir haben einen durchschnittlichen Warenkorb von 4.000 Euro, die höchste Bestellung bisher lag bei 10.000 Euro. Darüber sind wir selbst erstaunt, wir hatten ursprünglich mit 1.300 bis 1.400 Euro pro Kauf kalkuliert. 60 Prozent unserer Kunden besuchen unsere Seite fünf, sechs Mal bevor sie etwas kaufen, viele rufen auch vorher an und fragen, ob es uns wirklich gibt. 30 Prozent unserer Kunden sind bereits Wiederkäufer. Wenn man bedenkt, wie kurz es uns erst gibt, ist das uns entgegengebrachte Vertrauen schon enorm. Jetzt wollen wir den Traffic mit verschiedenen Online- und Offline-Kampagnen erhöhen. Google AdWords alleine ist auf Dauer zu wenig.

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