Home / Nachrichten / E-Commerce / Handel /

Love Goel über Veränderungen im E-Commerce

Bewertung:
  • Currently 3/5 Stars.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Love Goel über Veränderungen im E-Commerce

"Selbst Gott als CEO könnte Ihnen nicht helfen"

Love Goel über Veränderungen im E-Commerce

Die Regeln ändern sich: Goel

"In der neuen Welt ist nicht mehr genug Platz für alle Händler“, sagt US-Retail-Profi Love Goel auf seiner Keynote zum Versandhandelskongress und führte der Branche drastisch vor Augen, wie nötig sie den Wandel hat.

Zum Start des Versandhandelskongresses in Wiesbaden appelliert Goel an die Branche, die Chancen des Internet stärker zu nutzen. "Es gibt keinen Verkauf, der nicht durch online geprägt ist", sagt der CEO der GVG Capital Group und früherer Chef der US-Handels-Ikonen Macy’s und Fingerhut. Er warnt davor, auf vermeintliche Offline-Nischen zu setzen, schon heute würden schließlich 80 Prozent aller Einkäufe online vorbereitet. "Diese Entscheidungsprozesse zu verstehen und nachzuvollziehen, ist eine Herausforderung, die die Branche noch nicht verstanden hat", sagt er mit Blick auf die Verteilung der Werbeausgaben, bei der klassische Kanäle häufig überrepräsentiert sind.

"Die Regeln ändern sich dramatisch und in der neuen Welt ist nicht mehr genug Platz für alle Händler",  liest der Retail-Profi den anwesenden Händlern die Leviten. "Es sind nicht die kleinen und schwachen Unternehmen, dies es treffen wird. Es sind die großen Marken, die Marktführer, die am stärksten in Gefahr sind."

Goel begründet seine These damit, dass der traditionelle Handel bislang gewohnt war, mit durchschnittlichen Produkten und Services Erfolg zu haben. "Im traditionellen Handel kauft der Kunde das beste Produkte, das er im Laden finden kann. Die Wechselkosten, die entstehen, wenn der Kunde den Laden verlässt, durch die Stadt fährt und einen neuen Parkplatz suchen muss, sind hoch. Also kauft er auch ein Produkt, das seine Erwartungen nicht zu 100 Prozent erfüllt", führt Goel aus.

Im Internet existierten diese Wechselkosten jedoch nicht. Jedes Angebot sei genauso weit entfernt wie das nächste. In einem solchen Ökosystem gewänne automatisch nur das beste Angebot. "Verbraucher sind klug und sie haben keinen Grund, sich mit dem Zweitbesten zufrieden zu geben", sagte Goel. Folge: Ein erfolgreicher Anbieter gewinnt in seinem Segment nicht nur schnell Markanteile, ihm fällt das gesamte Marktsegment zu. Dies sei beispielsweise dem US-Schuhversender Zappos gelungen, der in kurzer Zeit den Wettbewerb verdrängt habe und nun über 75 Prozent Marktanteil verfüge.

Das simple Erfolgsrezept von Zappos: "Man  kann 20 Paar Schuhe bestellen, in Ruhe ausprobieren und 19 Paar zurückschicken. Das lieben die Leute." Überzeugende, klare und einfache Idee zu entwickeln, sei die Herausforderung der Branche. Naturgemäß falle dies traditionellen Unternehmen oft schwer, weil sie Rücksicht auf ein bestehendes Kerngeschäft nehmen müssten. "Aber selbst wenn Sie Gott als CEO hätten", schließt Goel, "daran führt kein Weg vorbei."


Anzeige



Kommentare

Tanja Gabler am 29.09.2010

Zalando/Zappos

Da haben Sie völlig Recht - ist geändert!

Berliner am 29.09.2010

US-Schuhversender Zalando?

da steckt ja wohl ein Fehler drin :)

TOP-THEMEN

Pinterest für Einsteiger

Pinterest ist nicht zu stoppen: Seit Monaten gilt die Pinnwand als der neue Trend in Sachen Social Media. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit sechs Quick-Steps vom neuen Hype profitieren. mehr
Zukunftsstudie der Deutschen Post DHL

Ranking: Die erfolgreichsten Social-Media-Händler

Wer die beliebtesten US-Händler in den sozialen Netzwerken sind, lässt sich in diesem Top-250-Ranking auf einen Blick feststellen. mehr
Mark Zuckerberg

Die Facebook-Story in Bildern

Vom Uni-Abbrecher zum Milliardär: Der Facebook-IPO markiert den vorläufigen Höhepunkt einer einzigartigen Karriere. Wir haben die wichtigsten Stationen nachgezeichnet. mehr

Newsletter

Zweimal täglich das Neueste aus Online-Marketing, E-Commerce, Online-Recht und Technik sowie topaktuelle Personalien. Jetzt kostenlos bestellen!



Umfrage

Mit einem Preis von 38 Dollar je Aktie brachte es Facebook auf eine Bewertung von 104 Milliarden US-Dollar. Das ist 4,5 mal mehr als Google zugebilligt wurde. In Kontrast zur Rekordbewertung steht ein Gewinn von gerade mal 1,1 Milliarden Dollar in 2011. Ist Facebook überbewertet?

Ist Facebook 104 Milliarden US-Dollar wert?

Top 10 Artikel

Ausgabe 26

Internet World Business

Ausgabe 06/2012

"Wir freuen uns auf die Messe"

Am 27. und 28. März öffnet die Internet World in München ihre Tore für Fachbesucher weiterlesen
Apps richtig analysieren (Foto: istockphoto.com/Creativeye

Apps richtig analysieren

Wie lässt sich die Webanalyse auf mobile Apps übertragen und was es dabei zu beachten gilt mehr
Conversion-Optimierung mit Webanalyse (Foto: istockphoto.vom/mbortolino)

Conversion-Optimierung mit Webanalyse

Um die Schwachstellen eines Shops zu finden, müssen dessen Inhalte regelmäßig kontrolliert werden. Wie Händler ihr Monitoring verbessern können mehr
Tipps für intensivere Kundenbeziehungen (Foto: istockphoto.com/boryak)

Tipps für intensivere Kundenbeziehungen

Der Markt für Computerspiele wächst. Um davon zu profitieren, sollten Anbieter auch auf Mailmarketing setzen. So binden Sie Ihre Spieler mehr