Home / Nachrichten / E-Commerce / Handel /

Jan-Christoph Goetze von PersonalNovel im Interview

Bewertung:
  • Currently 3/5 Stars.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Jan-Christoph Goetze von PersonalNovel im Interview

Wenn sich Romanheld und Leser aufs Haar gleichen

Jan-Christoph Goetze von PersonalNovel im Interview

Will 2011 in die USA expandieren: Goetze

Interview PersonalNovel bietet personalisierte Romane an - besonders zu Weihnachten ein beliebtes Geschenk. internetworld.de sprach mit Gründer und Verleger Jan-Christoph Goetze über die heute gestartete Kooperation mit Tchibo.de, seine Marketingstraetgie und den Wert von Empfehlungen.

Wie machen Sie potenzielle Kunden auf Ihr Angebot aufmerksam?

Jan-Christoph Goetze: In erster Linie über Partnerschaften - ab heute können Sie unsere personalisierten Bücher bei Tchibo.de bestellen, wir arbeiten unter anderem mit buecher.de und Libri zusammen und haben seit Kurzem eine Kooperation mit sueddeutsche.de, bei der Sie Klassiker personalisieren lassen können.

Wenn ich Effi Briest wähle, trägt sie dann meinen Namen, hat meine Augenfarbe, meinen Wohnort und mein Alter?

Goetze: Bei den Büchern, die für uns geschrieben werden, können wir das an Personalisierung bieten. Bei Klassikern ist es schwieriger, da wir die Autoren nicht mehr um Erlaubnis bitten können. Da beschränken wir uns aus Respekt vor den Werken auf das "Veredeln" des Werkes: Eine persönliche Werkausgabe, die beispielsweise den Namen auf jeder Seite eingedruckt bekommt, einen Ex-Libris-Stempel sowie eine individuelle Widmung in Farbe enthält. Abgerundet wird dies durch verschiedene hochwertige Einbandvarianten in vielen Farben.

Wie müssen denn Bücher geschrieben sein, damit sie sich für eine Personalisierung eignen?

Goetze: Das ist gar nicht so leicht, wir haben den Schreibstil über die Jahre entwickelt. Wichtig ist, dass die literarischen Personen in ihrem Charakter so vage gehalten sind, dass sich die Leser in ihnen wiedererkennen können, wenn sie ihnen in Haarfarbe, Spitzenamen oder Herkunft gleichen. Diese Attribute dürfen jedoch nicht zu oft vorkommen, sonst wirkt es unnatürlich.

Wie sieht der typische PersonaNovel-Kunde aus?

Goetze: Da Bücher und kreative Geschenke in erster Linie ein Frauenthema sind, sind auch die meisten unserer Kunden Frauen zwischen 25 und 35 Jahren, für die das Internet zum Alltag gehört. Zum Valentinstag gehen vor allem Liebesromane gut, zu Weihnachten auch andere Genres wie Krimis.

Wie hoch ist Ihr Werbebudget?

Goetze: Relativ gering - wir investieren weniger als 30 Prozent ins Marketing, neben Kooperationen vor allem in Google AdWords. Ein großer Teil unserer Kunden erreicht uns über Empfehlungen. Wenn jemand auf einer Party eines unserer Bücher auspackt, der Held trägt seinen Namen, alle Freunde sehen nach, ob sie auch darin vorkommen - das schafft eine starke emotionale Bildung. Übrigens auch bei Männern: Aus eigener Erfahrung weiß ich, welche Reaktionen sich abspielen, wenn auch gestandene Männer Deutschland zum Weltmeistertitel führen. Auf einmal macht Lesen wieder Spaß!

Diese Bindung hat auch mit Eitelkeit zu tun – viele Menschen möchten gerne eine Romanfigur sein, vor allem, wenn sie positiv beschrieben werden. In der Hochliteratur sind die Vorbilder für Romanfigur oft mit ihrem Abbild nicht glücklich.

Goetze: Stimmt. Bei uns sind die Hauptfiguren alle positiv gezeichnet, vielleicht sogar ein bisschen kindlich und plakativ. Aber man muss ja nicht jeden Tag melancholisch oder kritisch sein, man kann die Welt auch einmal anders betrachten.

Der Advent ist für viele Geschenkeanbieter die wichtigste Zeit des Jahres. Welchen Anteil an Ihrem Jahresumsatz hat das Weihnachtsgeschäft?

Goetze: Wir machen 25 bis 30 Prozent unseres Umsatzes im Weihnachtsgeschäft, die Zahl der verkauften Bücher liegt im Gesamtjahr im fünfstelligen Bereich.

Im Oktober haben Sie ein Büro in London eröffnet. Welche Pläne haben Sie fürs kommende Jahr?

Goetze: Im britischen Markt sehen wir große Chancen, weil er online- und buchaffin ist – und viele Bücher von der Herstellung her eine schlechte Qualität haben. Da sehen wir große Möglichkeiten für uns. Zudem wollen wir im Sommer 2011 in die USA expandieren.


Anzeige



Kommentare via facebook (beta)Was ist das?

TOP-THEMEN

Pinterest für Einsteiger

Pinterest ist nicht zu stoppen: Seit Monaten gilt die Pinnwand als der neue Trend in Sachen Social Media. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit sechs Quick-Steps vom neuen Hype profitieren. mehr
Zukunftsstudie der Deutschen Post DHL

Ranking: Die erfolgreichsten Social-Media-Händler

Wer die beliebtesten US-Händler in den sozialen Netzwerken sind, lässt sich in diesem Top-250-Ranking auf einen Blick feststellen. mehr
Mark Zuckerberg

Die Facebook-Story in Bildern

Vom Uni-Abbrecher zum Milliardär: Der Facebook-IPO markiert den vorläufigen Höhepunkt einer einzigartigen Karriere. Wir haben die wichtigsten Stationen nachgezeichnet. mehr

Newsletter

Zweimal täglich das Neueste aus Online-Marketing, E-Commerce, Online-Recht und Technik sowie topaktuelle Personalien. Jetzt kostenlos bestellen!



Umfrage

Mit einem Preis von 38 Dollar je Aktie brachte es Facebook auf eine Bewertung von 104 Milliarden US-Dollar. Das ist 4,5 mal mehr als Google zugebilligt wurde. In Kontrast zur Rekordbewertung steht ein Gewinn von gerade mal 1,1 Milliarden Dollar in 2011. Ist Facebook überbewertet?

Ist Facebook 104 Milliarden US-Dollar wert?

Top 10 Artikel

Ausgabe 26

Internet World Business

Ausgabe 06/2012

"Wir freuen uns auf die Messe"

Am 27. und 28. März öffnet die Internet World in München ihre Tore für Fachbesucher weiterlesen
Apps richtig analysieren (Foto: istockphoto.com/Creativeye

Apps richtig analysieren

Wie lässt sich die Webanalyse auf mobile Apps übertragen und was es dabei zu beachten gilt mehr
Conversion-Optimierung mit Webanalyse (Foto: istockphoto.vom/mbortolino)

Conversion-Optimierung mit Webanalyse

Um die Schwachstellen eines Shops zu finden, müssen dessen Inhalte regelmäßig kontrolliert werden. Wie Händler ihr Monitoring verbessern können mehr
Tipps für intensivere Kundenbeziehungen (Foto: istockphoto.com/boryak)

Tipps für intensivere Kundenbeziehungen

Der Markt für Computerspiele wächst. Um davon zu profitieren, sollten Anbieter auch auf Mailmarketing setzen. So binden Sie Ihre Spieler mehr