Deutschland-Strategie vorgestellt: Rakuten-Chef: "In fünf Jahren sind wir die Nummer 1"
Deutschland-Strategie vorgestellt
Rakuten-Chef: "In fünf Jahren sind wir die Nummer 1"
31.01.2012 14:50 dg
Mit einer Kultur der Partnerschaftlichkeit will Rakuten-Chef Hiroshi Mikitani den deutschen E-Commerce-Markt aufrollen und nicht weniger als die Amazon- und eBay-Vorherrschaft aufbrechen. Sehr zum Gefallen der deutschen Online-Händler – meint zumindest der Chef selbst.
Höflich, charismatisch und bescheiden, aber in der Sache äußerst ehrgeizig: Hiroshi "Mickey" Mikitani, Gründer, Vorsitzender und CEO des japanischen E-Commerce-Giganten Rakuten (3 Milliarden US-Dollar Umsatz), will im internationalen E-Commerce-Geschäft noch vor Giganten wie Amazon oder E-Bay die Nummer 1 werden. Um im deutschen Markt Fuß zu fassen, erwarb Mikitani vor kurzem den Marktplatz Tradoria, der nun Rakuten Deutschland heißt. Am Wochenende präsentierte sich der 47jährige Milliardär auf der E-Commerce-Konferenz "Tradoria live" erstmals in Deutschland der Händlerschaft – und verriet der INTERNET WORLD Business seine Expansionspläne.
In fünf Jahren will Mikitani hierzulande der größte E-Commerce-Anbieter sein. "Ich glaube, das ist eine realistische Annahme", sagte Mikitani im Interview. Um sein Ziel zu erreichen, muss der Marktplatz von Tradoria schnell wachsen. Für Händler sei er attraktiv, weil Rakuten – anders als Amazon – nicht beabsichtige, selbst Waren zu verkaufen. Im Gegensatz zu E-Bay will Rakuten auch keine fixen Templates oder Layouts vorgeben. "Jeder Shop verfügt über seine eigene Charakteristik", verspricht Mikitani. Rakuten stelle lediglich die E-Commerce-Plattform sowie Technik und Tools zur Verkaufsförderung. International werde dafür eine Umsatzprovision von rund 3 Prozent sowie eine feste Gebühr fällig. Im Vergleich zu den Kundenwerbungskosten außerhalb des Netzwerkes sei dies ein äußerst günstiges Angebot, meint Mikitani.