Home / Nachrichten / E-Commerce / Handel /

Aus für Traditionsversender

Bewertung:
  • Currently 3/5 Stars.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Aus für Traditionsversender

Neckermann stellt Insolvenz-Antrag

Neckermann steht vor dem Aus: Die Verhandlungen zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern sind endgültig gescheitert, der Eigentümer Sun Capital will nicht mehr investieren - Neckermann hat am Mittwoch beim Amtsgericht Frankfurt Insolvenzantrag gestellt. Was aus der Marke wird, bleibt unklar. Neckermann teilte lediglich mit, dass der Versandhändler unter den gegebenen Rahmenbedingungen "in seiner bestehenden Form" nicht fortgeführt werden könne. 

Bis zuletzt haben Arbeitergeber und Arbeiternehmer intensiv über Kündigungen und Abfindungen verhandelt, nun ist es vorbei: "Der Eigentümer des Unternehmens hält das Ergebnis dieser Verhandlungen nicht für tragfähig und wird keine weiteren Mittel für die Finanzierung zur Verfügung stellen", teilte Neckermann per Pressemitteilung mit. "Unter den gegebenen Rahmenbedingungen kann das Unternehmen in seiner bestehenden Form damit nicht fortgeführt werden. Deshalb wurde heute ein Insolvenzantrag gestellt."

Wie es weiter geht ist offen, zur Zukunft des Unternehmens heißt es lediglich: "Die Geschäftsführung wird alles daran setzen, das laufende Geschäft auch im vorläufigen Insolvenzverfahren aufrechtzuerhalten und alle Möglichkeiten prüfen, die sich zur Fortführung des Geschäfts ergeben."

Die Presseerklärung im Wortlaut:

"Für Neckermann wird heute beim Amtsgericht Frankfurt ein Insolvenzantrag gestellt. 

Diesem Schritt voraus gingen seit dem 27. April 2012 intensive Verhandlungen zwischen Unternehmen, Arbeitnehmervertretern und dem Eigentümer, aber auch mit anderen wesentlichen Geschäftspartnern, um die Restrukturierung des Unternehmens mit dem Ziel der weiteren E-Commerce-Ausrichtung umzusetzen.

Das Unternehmen hatte am 27. April 2012 über ein entsprechendes Konzept sowie über einen damit verbundenen, notwendigen Abbau von 1.380 Stellen informiert. Der Eigentümer des Unternehmens hatte seine Bereitschaft erklärt, als Teil einer Gesamtlösung weiter in die Zukunft des Unternehmens zu investieren. Zu dieser Gesamtlösung sollten auch wesentliche Geschäftspartner beitragen. Außerdem galt es, den Stellenabbau umzusetzen.

In den vergangenen Wochen konnten mit allen wesentlichen Geschäftspartnern konkrete Vereinbarungen erreicht werden.

Am Mittwoch, 18. Juli 2012, einigten sich Unternehmen, Betriebsräte und ver.di zudem auf einen Kompromiss, der in begrenztem Umfang Abfindungen und Transfergesellschaften enthielt. Die Geschäftsführung hatte einen Weg gefunden, die dazu notwendigen finanziellen Mittel aus dem am 27. April 2012 mit dem Gesellschafter verabschiedeten Businessplan in verschiedenen Tranchen bis zum ersten Quartal 2013 bereitzustellen. Auch in weiteren Punkten war eine Einigung zwischen Unternehmen und Arbeitnehmervertretern erfolgt, die Verhandlungen waren damit weitgehend abgeschlossen.

Der Eigentümer des Unternehmens hält das Ergebnis dieser Verhandlungen nicht für tragfähig und wird keine weiteren Mittel für die Finanzierung zur Verfügung stellen. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen kann das Unternehmen in seiner bestehenden Form damit nicht fortgeführt werden.

Deshalb wurde heute ein Insolvenzantrag gestellt.

Die Geschäftsführung wird alles daran setzen, das laufende Geschäft auch im vorläufigen Insolvenzverfahren aufrechtzuerhalten und alle Möglichkeiten prüfen, die sich zur Fortführung des Geschäfts ergeben."


Anzeige




Kommentare via facebook (beta)Was ist das?

TOP-THEMEN

Fotolia.de/fotomek

Der Parteien-Check

Die Online-Agentur Mosaiq Media aus Stuttgart hat die Websites der Parteien unter die Lupe genommen. mehr

Echte Hingucker

INTERNET WORLD Business hat eine Reihe besonders kreativer Facebook-Posts zusammengestellt mehr
Apple

Apple stellt iOS 7 vor

Die wichtigsten Features und Neuerungen des neuen iPhone-Betriebssystems im Überblick. mehr

Newsletter

Zweimal täglich das Neueste aus Online-Marketing, E-Commerce, Online-Recht und Technik sowie topaktuelle Personalien. Jetzt kostenlos bestellen!



Umfrage

Mit Hilfe von Heliumballons in der Stratosphäre will Google auch abgelegene Regionen der Erde mit Internetzugang versorgen. Derzeit wird das Projekt in Neuseeland getestet. Was halten die Leser der INTERNET WORLD Business davon?

Googles Project Loon soll abgelegene Gegenden via Ballon mit Internet versorgen. Ist das eine gute Idee?

Top 10 Artikel

Ausgabe 12 2013

Internet World Business

Ausgabe 12/2013

Lesen ja, zahlen vielleicht

Die Zahlungsbereitschaft für digitale Online-Angebote ist seit 2010 zurückgegangen weiterlesen
Fotolia.de/Alexander Trinitatov

Chancen für Unternehmen

Bloofusion gibt Tipps, wie Unternehmen "Google Authorship" für ihre Zwecke nutzen können. mehr
fotolia.com/arrows

Versteckte Potenziale nutzen

Vier Möglichkeiten, wie Händler mehr aus ihren Google-Shopping-Kampagnen herausholen können mehr
Fotolia.de/MPF Photography

Tipps für Kampagnen

Am 22. Juli 2013 macht Google die erweiterten AdWords-Kampagnen zum Standard. Wie die Umstellung gelingt. mehr