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Amazon steigert seinen Gewinn um 45 Prozent

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Amazon steigert seinen Gewinn um 45 Prozent

Anleger zeigen sich enttäuscht

Amazon macht 45 Prozent Gewinn

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon hat das zweite Quartal 2010 mit einem Nettogewinn in Höhe von 207 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Damit verdiente das Unternehmen 45 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Anleger hatten jedoch mehr erwartet.

Der Nettoumsatz in den Monaten April bis Juni 2010 stieg gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr um 41 Prozent auf 6,57 Milliarden US-Dollar und lag damit leicht über den Erwartungen der Wall Street. Vor einem Jahr betrug der Umsatz im zweiten Quartal 4,65 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn, der im zweiten Quartal 65 Millionen US-Dollar größer ausfiel als im Vorjahreszeitraum, konnte die Anleger nicht zufrieden stellen. Statt der erwarteten 0,54 US-Dollar pro Aktie erhalten sie nur 0,45 US-Dollar Rendite.

Nicht nur das, sondern auch die um 40 Prozent gestiegenen operativen Kosten verunsicherten die Börsianer und sorgten damit für einen nachbörslichen Kursverfall von 15 Prozent. Viel Geld investierte Amazon im abgelaufenen Quartal ins Marketing. Die Kosten dafür lagen verglichen mit dem zweiten Quartal 2009 sogar 63 Prozent höher. Als Treiber der operativen Kosten gelten auch die Rabatte, die das Unternehmen speziell für den Absatz seines Kindle einräumen musste. Um in diesem Segment auch weiterhin erfolgreich gegenüber den Konkurrenten Apple mit dem iPad und Barnes & Noble mit dem E-Book-Reader Nook zu sein, hatte Amazon den Preis seines Readers von 259 US-Dollar auf 189 US-Dollar senken müssen.

Mit dieser Maßnahme konnte Amazon die Zahl der verkauften Kindle im zurückliegenden Halbjahr gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 verdreifachen. Konkrete Zahlen zu den verkauften Geräten liefert Amazon jedoch nicht. Den weitaus größten Teil seines Umsatzes macht der Onlinehändler mit Elektronikprodukten. Gegenüber dem zweiten Quartal 2009 wuchsen die Umsätze, die Amazon damit in den Märkten Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Japan und China machte um 59 Prozent auf 1,4 Milliarden US-Dollar an. In den USA wuchs dieser Geschäftsbereich im Quartalsvergleich sogar um 76 Prozent auf 1,3 Milliarden US-Dollar.

Mit den Verkäufen von Büchern, Musik und Videos erwirtschaftet Amazon weltweit einen Umsatz in Höhe von 2,9 Milliarden US-Dollar. Die größte Steigerung erreichte das Unternehmen dabei abseits des Heimatmarktes mit 20 Prozent. Dieses Segment werde jedoch künftig aufgrund der immer weiteren Verbreitung von digitalen Lesegeräten deutlich wachsen, hofft Unternehmenschef Jeff Bezos. Auch Mobile als Vertriebskanal werde immer wichtiger: "In den letzten zwölf Monaten haben die Verbraucher weltweit Produkte mit einem Volumen von mehr als einer Milliarde US-Dollar über mobile Geräte bestellt", erklärt Bezos. "Im Laufe der Zeit könnten die Tablet-Rechner ein bedeutender zusätzlicher Treiber für unser Geschäft werden."

Für das dritte Quartal 2010 rechnet Amazon mit einem Umsatz zwischen 6,9 Milliarden US-Dollar und 7,625 Milliarden US-Dollar. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Wachstum zwischen 27 und 40 Prozent. Die Anleger gehen indes von einem Umsatz von etwa 7,15 Milliarden US-Dollar aus. Der Gewinn soll zwischen 210 und 310 Millionen US-Dollar liegen.


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