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Marktplatz-Diskussion auf der Neocom 2012

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Marktplatz-Diskussion auf der Neocom 2012

Otto hält an Marke Quelle.de fest

Online-Marktplätze im Wandel (Foto: istock / iqonc)

Neocom Otto macht sich selbst Mut: Die Marke Quelle.de, deren Marktplatzkonzept kürzlich für gescheitert erklärt wurde, werde im Otto-Konzern auf jeden Fall weiterleben, erklärte Björn Schäfers, Chef der Otto-Tochter shopping24, auf dem Neocom-Panel "Zukunft Megamarktplätze - wer macht das Rennen?".

Wie rasant sich die Welt des E-Commerce dreht, wurde bei der Diskussionsrunde zum Thema Online-Marktplätze am zweiten Tag des Branchenevents Neocom in Wiesbaden deutlich. Eigentlich hätte Quelle.de-Geschäftsführer Tim von Törne über die Zukunft des Marktplatzes sprechen sollen - doch inzwischen ist die Schließung des Marktplatzes Quelle.de beschlossen worden. Von Törne wurde deshalb von Björn Schäfers vertreten, Geschäftsführer des Unternehmens shopping24, das wie Quelle.de zur Otto Group gehört.

Das Scheitern von Quelle.de zeige, dass es trotz großer Markenbekanntheit nicht einfach sei, einen Marktplatz zu etablieren, erklärte Schäfers, als er von Moderator Patrick Palombo auf Quelle.de angesprochen wurde. Die Herausforderung bestehe in der Schaffung einer Balance von Angebot und Nachfrage: "Diese Balance kann man nicht erzwingen", so Schäfers weiter. Man habe unterschätzt, wie lange es dauert, ein solches Gleichgewicht herzustellen. Nun werde Quelle.de sich wieder auf das Handelsgeschäft fokussieren. Die Komplexität müsse reduziert werden, die Marke Quelle.de werde aber erhalten bleiben: Unter dem bekannten Namen soll ein eigener Shop entstehen. In der Zeit des Umbaus sollen weiterhin Produkte aus der Otto-Group dort eingestellt werden.

Die Teilnehmer, darunter Martin Barthel (eBay), Beate Rank (Rakuten), Björn Schäfers (shopping24) und Patrick Palombo (Palombo-Consulting), diskutierten anschließend, wie die Zukunft von Online-Marktplätzen aussehen wird. Händler und Hersteller werden stärker zusammenwachsen, gesuchte Produkte werden immer einfacher zu finden sein, glaubt Schäfers. Es werde letztlich darum gehen, wer die beste Marke und den besten Service hat. Martin Barthel, Senior Director Buyer Experience bei eBay Deutschland, meint, es werde verstärkt darum gehen, Online und Offline zusammenzubringen. Man müsse sich fragen: "Wie ermögliche ich es, ein Produkt weltweit zu kaufen? Wie kann ich Daten so nutzen, dass wir einen wirklichen Kundenmehrwert schaffen?".

Beate Rank, Mitgründerin und Geschäftsführerin von Rakuten Deutschland (ehemals Tradoria), bekräftigte das Ziel von Rakuten-Chef Hiroshi Mikitani, die Nummer eins unter den Online-Marktplätzen werden zu wollen. "Wir verfolgen aktiv die Erfolgsstrategie, die uns Japan vormacht", erklärte sie. Als Instrument zur Kundenbindung wolle man ab Oktober in Deutschland das Bonusangebot "Rakuten Superpunkte" intensiv vermarkten, das in Japan bereits sehr erfolgreich sei: "Wir haben die Vision, dass Kunden diese Superpunkte global einlösen können". Die Marke Rakuten soll so breit wie möglich aufgestellt werden, dazu müsse aber zunächst das Produktsortiment erweitert werden.


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