Cookie Spreader: Reichweitenkampf bei Restplatzvermarktern
08.12.2008 10:44 dp
Affiliate-Experte Karsten Windfelder nimmt unseren Bericht über Affiliate-Betrug nicht ernst
Ein Insider aus Vermarkterkreisen erzählt gegenüber INTERNET WORLD Business, wie Cookie Spreader im Markt Traffic kaufen und gegenseitig ihre Cookies überschreiben. Profitieren würden davon auch Restplatzvermarkter - denn die Qualität des Traffics spiele beim Cookie Spreading keine Rolle.
Gibt es Affiliate-Betrug oder nicht? Und tun die Affiliate-Netzwerke genug, um gegen die schwarzen Schafe in der Branche vorzugehen? Diese Fragen erhitzten in den vergangenen zwei Wochen die Gemüter in der Branche. Aus Vermarkterkreisen erreichte die Redaktion die E-Mail eines Informanten, der namentlich jedoch nicht genannt werden will. Seiner Erfahrung nach profitieren auch Restplatzvermarkter von Cookie Spreadern, die versuchen, sich Leads beziehungweise Sales zu ergaunern. Sie buchen zu Spottpreisen Standardanzeigenformate bei Vermarktern, in denen sie diverse Logos von Merchants einbinden und bei jedem Werbemittelkontakt dem Internetnutzer diverse Cookies verpassen.
"Prinzipiell habe ich nichts dagegen, bei der Einblendung eines Banners einen Cookie zu setzen – in diesem Fall ist ja wirklich eine Leistung erfolgt. Nur worin besteht die Leistung, wenn ich ein 88 mal 31 Pixel großes Logo anzeige?“, fragt er. Die Reichweite dieser Cookie Spreader sei immens, da sie über die Netzwerke von Restplatzvermarktern bis zu drei Millionen Menschen pro Tag erreichen. „Das sind fünf bis zehn Prozent der Onlinebevölkerung und damit statistisch auch fünf bis zehn Prozent der Käufer von Onlineshops. Geben wir jedem einen Cookie an die Hand, haben wir uns also relativ schnell fünf bis zehn Prozent der Sales erschlichen. Rechnet man dazu, dass jeden Tag Tausende Bestellungen bei Quelle, O2, Vodafone und Co. eingehen, kann man sich leicht ausrechnen, was da finanziell dahintersteckt“, so der Insider.
Jens Erlewein am 09.12.2008
elvis lebet
@tanja: wenn du elvis siehst, sag ihm bitte, dass "in the ghetto" nun gleichbedeutend mit affiliatemarketing ist. der king wusste es eben schon immer...was für ein krasser visionär...:-)
Jens Erlewein am 09.12.2008
ich bin der picknicker
@picknicker: du glaubst also ernsthaft daran, dass die preise für werbeschaltungen sinken würden, wenn postview-tracking verboten werden würde, damit eine ganz erhebliche mittlerer und kleinerer affiliates hops gehen würden und das oligopol der großen verlagshäuser/vermarkter wieder greift, oder?
ich weiß ja nicht, wo du die letzten 3 jahre verbracht hast mein freund, aber der empirische beweis ist ja wohl erbracht, dass die tkps gesunken sind und einer der hauptgründe dafür ist, dass medialeistung inzwischen für einen bruchteil der ursprünglichen preise auf guten portalen eingekauft werden kann.
last-but-not-least haben ALLE seitenbetreiber aber noch ein anderer modell im ärmel, dass ebenfalls tkps im bereich von 3-5 euro bringt. google adsense. DAS ist die benchmark, an der sich postview-schaltungen messen lassen müssen. wir kombinieren z.b. auf unseren sites adsense mit postview-schaltungen - je nachdem, was besser läuft. würde postview-tracking verboten werden, würden wir einfach die meisten affiliate-werbemittel entfernen, adsense reinhängen und hätten vielleicht etwas geringere einnahmen, ebei erheblich weniger aufwand.
wenn das alle marktteilnehmer so machen würden (was ich ausdrücklich begrüßen würde), würde das angebot für gute werbeflächen wieder ganz massiv sinken und damit würden dann die tkps wieder steigen. so oder so haben wir beste möglichkeiten, guten traffic zu geld zu machen.
p.s.: ich würde es begrüßen, wenn sich alle, die hier mitdiskutieren, das mit ihrem richtigen namen tun. denn wenn man schon lobbyarbeit auf untersten niveau machen will, sollte man auch so mutig sein und sein gesicht dafür in die kamera halten und sich nicht hinter pseudonymen verstecken. oder fehlt uns dafür der mut, herr picknicker?
Picknicker am 09.12.2008
interessante Kommentare
lustige Kommentare, also entweder verstehen einige Kommentatoren den technischen Sachverhalt nicht (hey, cookies setzen doch alle) oder sind wissen ganz genau was abgeht und haben ein Interesse die Diskussion zu verlächerlichen.
Ich jedenfalls würde es als Betrug (mindstens als Verstoß gegen die entsprechenden Vereinbarungen) verstehen, wenn man ein Werbemittel anzeigt, aber auch gleichzeitig in einem versteckten IFrame die Landingpage öffnet (und damit das vielzitierte Cookie setzt) ohne das der Besucher es mitbekommt oder die Merchant-Seite jemals gesehen hat.
Neu für mich war allerdings die Erkenntnis das es plausibel ist, dass alle Beteiligten still halten. Denn die 100% ctr sollte wohl einfach aufzudecken sein.
tanja.gabler@internetworld.de am 09.12.2008
Rechtliche Liste
@ Jens: Elvis hat sie, sagt Matthias! Sorry, aber rechtlich müssen wir uns absichern.
P.S.: Sie liegt auf meinem Desktop!
Jens Erlewein am 09.12.2008
Listige Liste
@tanja:
das habe ich gelesen, dass sie entfernt werden musste. aber wer hat sie denn nun die liste? der nikolaus, der kurt donald cobain (nirwana) oder der g´scheit? oder hat sich gar "der informant, der nicht genannt werden willl" mit der liste in ein offshore-land abgesetzt?
ich dachte immer die iwb will für transparenz sorgen und bestmöglich aufklären. so wird des nichts mehr.
enttäuschte grüße
jens erlewein (nüchtern)
tanja.gabler@internetworld.de am 09.12.2008
Wo ist denn die Liste hin?
Die Liste wurde aus rechtlichen Gründen entfernt, siehe unten.
Jens Erlewein am 09.12.2008
Hihi...
richtig lustig hier :-)
ich bin gespannt, was passiert, wenn 2009 die ganzen böööössen affiliates abgestellt worden sind - ich wette 100 euro, dass die preise dann wieder STEIGEN werden, denn wenn affiliates wegen fehlender einnahmequellen keinen traffic mehr liefern werden, dürfte nach dem gesetz von angebot und nachfrage das ergebnis wohl kaum weiter fallende preise sein.
mich würde ausserdem mal interessieren, ob sich die internet-world-business den mitarbeiterstamm und diese "geballte ladung an redaktioneller kompetenz" leisten könnte, wenn man mit den tkps operieren würde, die ein durchschnittlicher affiliate verdient. oder noch andersherum gefragt: welcher iwb-mitarbeiter wäre wohl in der lage, als selbständiger affiliate auf das gehalt zu kommen, dass man aktuell als angestellter verdient. sicherlich nicht mehr als 10% der belegschaft. ich wette nochmal 100 euro und vielleicht werde ich ja nun noch wegen illegalem glücksspiel abgemahnt?
macht aber alles nicht, denn wenn ich dich wette verliere oder abgemahnt werde, dann ergauner ich mir das geld halt über cookiedropping oder überfalle als zweites standbein alte omas auf dem weg zum supermarkt...:-)
mit untertänigsten grüßen aus der justizvollzugsanstalt grüßt herzlichst
jens erlewein
p.s.: wo ist denn die schöne liste hin?
Inga (Jochen Schweizer GmbH) am 09.12.2008
Und was soll ich nun mit dieser Liste anfangen?
Danke für die aufschlussreiche Liste der Merchants, die Cookie Dropping billigen!
Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, dass die Überschneidungen mit anderen Affiliate-Cookies dermaßen gering sind, dass es fast keine Rolle spielt. Es gibt häufiger Überschneidungen bei Affiliates, die Content im gleichen Themenumfeld anbieten. Aber sei's drum. Unter Umständen verhält es sich bei anderen größeren Programmen anders als bei einem Nischenprogramm wie Jochen Schweizer, das entzieht sich meiner Kenntnis.
Wie bereits erwähnt, haben einige Netzwerke die Möglichkeit View- und Klick-Cookies zu unterscheiden. Dabei überschreiben Klick-Cookies die View-Cookies, nicht aber andersherum. Sollte sich das als Standard für Cookie-Dropper bzw. Postview-Publisher durchsetzen, dann sehe ich nicht, wo das Problem liegt.
Kommentar geändert! am 09.12.2008
anbieter
AUS RECHTLICHEN GRÜNDEN HAT INTERNETWORLD.DE EINE IM KOMMENTAR VERÖFFENTLICHTE LISTE ENTFERNT.
(...) als vernünftiger Affiliate würde ich mir 2x überlegen, ob ich für diese Anbieter werben will, da die Gefahr, dass mein Cookie beim Cookie-Droppen überschrieben wird, doch deutlich höher als bei anderen Partnern ist.
Schade finde ich es, dass Agenturen und Netzwerke bei dieser Art von Marketing ein Auge zudrücken. Wenn man sich aber das Vergütungsmodell der meisten Anbieter anschaut, dann ist das nur logisch, da Sie meist prozentual am generierten Umsatz beteiligt werden. Wenn jetzt also sich ein Käufer ein Cookie in seinem normalen Surfverhalten "einfängt", der eigentlich das Produkt aufgrund eines TV-Spots etc. kaufen wollte, dann verdienen die Agenturen und Netzwerke trotzdem mit und können ihrem Partner suggerieren, dass ihre Werbung Käufe erzeugt.
Den meisten Anbietern kommt es ja nur auf den generierten Sale/Lead an. Die werden bestimmt nicht bei den Agenturen anfragen wie denn eigentlich die CTR war. Da zählen nur Umsatzziele.
dieDenker.org/oberdenker am 09.12.2008
Affiliate-Marketing somit noch unfairer
Ich finde, dass die affiliate-Marketer bislang hauptsächlich von der Dummheit der Publisher profitieren, weil sie eigentlich viel zu wenig für auf Publisher-Seite erbrachte Leistungen bezahlen. Wenn nun noch größere "Publisher" bzw. "Cookie-Betrüger" die Tracking-Cookies kleiner Publisher überschreiben, so sollten sich diese umso mehr Fragen zum Sinn von Affiliate-Anzeigen machen.
Ich warte auf den Tag, an dem auch für kleine Publisher eine faire TKP-Abrechnung möglich wird (z.B. durch ein technisches Sicherstellen der Einblendungen in gut sichtbaren Bereichen). Fair deshalb, weil kleine Publisher somit für das Anzeigen von Logos etc. (Image- bzw. Bekanntheits-Werbung) vergütet werden und nicht die Probleme der Advertiser (z.B. durch schlechte Angebote oder Anzeigen) oder Affiliate-Netzwerke (durch schlechte Tracking-Methoden) übernehmen müssen.
Ich habe meine Affiliate-Anzeigen jedenfalls kürzlich zugunsten einer werbefreien Website entfernt. Faire Sponsoren dürfen sich gerne bei mir melden!
es gibt sie doch am 08.12.2008
Na dann schaut doch mal bei...
http://www.gimahhot.de/
oder
http://pennergame.de/highscore/
gimahhot nutzt salebroker.de - wer dahinter steckt, ist sicherlich bei den netzwerken bekannt. ich sag nur "affiliate des jahres"...
leert doch einfach mal eure cookies und dann ladet ein paar mal die seite. schnell sind 30 cookies für alle großen anbieter gesetzt und damit evtl. cookies anderer Affiliates (evtl. sogar durch clicks entstanden) nach ein paar pageimpressions überschrieben.
und jetzt kommt mir bitte nicht mit TPV oder post-view: postview vom netzwerk a überschreibt click von netzwerk b. ein ausgewählter netzwerk-mix und ich habe schnell alle cookies aller mitbewerber überschrieben.
dieses handeln einzelner allerdings auf alle affiliates zu übertragen ist eine grobe frechheit! ich finde es sehr bedenklich, dass diese diskussion zurzeit immer intensiver geführt und dabei pauschalveruteilungen von menschen mit gefährlichem halbwissen gefällt werden.
Daniel am 08.12.2008
langsam nervts!!!
also langsam nervt das thema. cookies werden doch ständig und überall gesetzt das hat doch nichts spezielle mit dem thema post view / affiliate marketing zu tun.
die advertiser können doch auch den umgerechneten tkp zahlen, dann kann kein dummer journalist daher kommen und sagen hier werden cookies überschrieben....um provisionen zu ergaunern....
wann versteht ihr schreiberlinge denn endlich mal das thema....
Bianca *BB* Jacobi am 08.12.2008
Ich bin schockiert ^^
Ich bin schokiert wie unqualifiziert diese Diskussion auf Seiten "bezahlter" und "professioneller" Redakteure geführt wird. Ich lade hiermit gerne zu einem *Stammtisch Basiswissen Online Performance Marketing* ein und freue mich auf zahlreiches erscheinen. Und wenn Karsten dieser Diskussion mit Humor begegnet, dann würde ich mich spätestens dann an den Computer setzen und recherchieren, recherchieren, recherchieren.
Ich finde es als Privatperson wirklich weit unter dem Niveau eines Privaten-Unsinns-Blogs und obendrein wesentlich unsympathischer wie die IWB berichtet.
Und es sei mal dahingestellt wie man zu diesem Thema steht, es ist das fehlende Fachwissen das diesen schlechten Beigeschmack meinerseits verursacht.
Jens Erlewein am 08.12.2008
Ernst & Karstens Tütenfoto
"Affiliate-Experte Karsten Windfelder nimmt unseren Bericht über Affiliate-Betrug nicht ernst."
Die Frage bei der Qualität der Artikel ist doch eher: Wer aus der Webmaster-Szene nimmt die IWB noch ernst? Ich jedenfalls nicht, aber danke für die abendliche Erheiterung :-)
Thomas am 08.12.2008
So betrügt einer den anderen
Lustig, wie hier auch versucht wird auf Seiten der Publisher etwas zu pflanzen. Wollen wir mal über Cookielaufzeiten und stornierte Anfragen bei großen 'renomierten' Partnerprogrammen sprechen? Herr Kellermann hat es im September 2007 beschrieben und dies ist leider nicht nur Tatsache, sondern Bestreben vieler Merchants! Die hier beschriebene Geschichte mit den Cooies tut ja nur dem kleinen Webmaster weh, also egal - auch wenn dadurch Reichweiten der Netzwerke aufgebläht werden! Die großen Netzwerke haben 200 Publisher die gut sind, weil sie fett sind - alles andere ist Augenwischerei. Das Thema entwickelt sich immer mehr zum Schmuddelmarketing, da sollte mal einer die Handbremse ziehen...
ed am 08.12.2008
Spammer
Vielleicht sollte sich die IWB hier erstmal einmal an der eigenen Nase packen. Allein der Aufruf dieses Artikels hat bei mir über 13 Cookies auf dem Rechner hinterlassen. Abhängig von den angezeigten Display-Ads sind hier auch Cookies von Zanox, webmasterplan und adfarm zu finden.
Das Setzen von Cookies und die möglichst weite Streuung ist ein absolut gängiges Vorgehen im Affiliate-Marketing. Ich würde mir wünschen, dass anstatt vorschneller und teils falscher Berichterstattung, die IWB auch über Vorteile für Advertiser/Merchants aufklärt.
Wenn sich die Merchants an die 'alten' Zeiten erinnern, in denen TKPs von 70.- € an der Tagesordnung standen, denke ich, dass die meisten hier sehr günstig davon kommen. Und gegen Affiliate-Betrug im großen Stil sollte natürlich vorgegangen werden. Dies kann aber nur gezielt durch eine genauere Kontrolle der Netzwerke geschehen und nicht durch eine Hetzjagt auf Affiliates.
Olli am 08.12.2008
Cookie ist nicht gleich Cookie
Ich bin davon überzeugt, dass es in diesem Bereich -wie überall- schwarze Schafe gibt. Wichtig jedoch die Unterscheidung zwischen 'View Cookies' und 'Click Cookies'. Ein Click Cookie überschreibt ein View Cookie, wodurch die Media-Leistung soz. belohnt wird, da das Involvement des Kunden ein größeres war.
Ich denke die Umstände erfordern eine genauere Analyse und kein vorschnelles Verurteilen.