Bewertung:
  • Currently 3/5 Stars.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

“Angst vor den Online-Kannibalen ist nicht zeitgemäß”

“Die Angst vor den Online-Kannibalen ist nicht mehr zeitgemäß”

Interview BestBuy hat in den USA das geschafft, wovon Saturn und Mediamarkt hierzulande noch träumen: Der amerikanische Elektronik-Einzelhändler bietet seinen Kunden einen kanalübergreifenden Service in seinen zahlreichen Großflächen ebenso wie im Internet. INTERNET WORLD Business sprach mit Senior Vice President John Thompson am Rande des Versandhandelskongresses in Wiesbaden.

Sie sind als klassischer Elektronik-Einzelhändler in den E-Commerce gestartet. Wie viel Ihres Umsatzes erwirtschaften Sie heute online?

John Thompson: Das kann ich Ihnen gar nicht so genau sagen, weil wir in keine getrennten Berichte über die Umsätze der einzelnen Kanäle erstellen. Dahinter steckt eine Strategie: Wir glauben, dass sich unsere Kunden an die Marke BestBuy binden - nicht an Bestbuy.com. Deshalb analysieren wir unseren Verkauf als Ganzes.

Viele Einzelhändler, die sich im Multi-Channel versuchen, scheitern an Online. Grund ist oft die Angst vor einer Kannibalisierung ihres Offline-Geschäfts. Kennen Sie diese Angst nicht?

Thompson: Wir glauben an die Vielfalt der Kanäle: Der Kunde wird alle Kanäle nutzen, um an sein Einkaufsziel gelangen. Das können die Einzelhändler nicht ignorieren. Tatsächlich müssen die Marken dorthin gehen, wo die Kunden sind, nicht umgekehrt. Die Angst vor einer Kannibalisierung einzelner Kanäle ist nicht mehr zeitgemäß; wenn Sie Kunden haben, die online einkaufen wollen, dann werden sie das tun - wenn Sie online nicht vertreten sind, gehen sie eben woanders hin. Erst dann haben Sie Ihre eigenen Umsätze kannibalisiert - durch die Angst vor Online.

Sie setzen nicht auf ein Franchise-Konzept mit unabhängigen Großflächen, stattdessen legt das Hauptquartier eine internationale Strategie fest. Wie gehen Sie trotzdem auf lokale Besonderheiten Ihrer Kundschaft ein?

Thompson: Wir versuchen, internationale Strategie mit Vor-Ort-Knowhow zu verbinden. Dafür war eine organisatorische Umstellung im Unternehmen erforderlich, die nicht ganz einfach war. Heute gehen wir davon aus, dass unser Headquarter weiß, was etwa 85 Prozent unserer Kunden wollen – online wie offline. Die restlichen 15 Prozent müssen allerdings vor Ort gehört werden. Schönes Beispiel: In Chicago gibt es eine starke koreanische Minderheit. Seit wir das wissen, verkaufen wir in unseren dortigen Großflächen jede Menge Reiskocher und haben diese Geräte auch ins Online-Portfolio aufgenommen.

Sie haben vor kurzem erste Filialen in Großbritannien eröffnet. Wie sehen Ihre weiteren Pläne für Europa aus?

Thompson: Wir setzen auf einen langsamen Expansionsprozess. Im nächsten Jahr wollen wir eine neue Präsenz in Istanbul etablieren. Wie es danach auf dem europäischen Kontinent weitergeht, wird man sehen.


Anzeige



Kommentare via facebook (beta)Was ist das?

TOP-THEMEN

FC Bayern enttäuscht auf Facebook

FC Bayern enttäuscht auf Facebook

Der FC Bayern München wollte seiner neuen Facebook-Aktion ordentlich Schwung verleihen. Und sorgte bei den Fans für einigen Unmut mehr
Apple bringt iPhone 5 im Sommer heraus

Apple bringt iPhone 5 im Sommer heraus

Das neue iPhone 5 will Apple im Sommer 2012 auf den Markt bringen. Die Produktion soll bereits angelaufen sein mehr

Shop-Award 2012

Auf einer hochkarätigen E-Commerce-Messe wie der "Internet World" darf ein hochkarätiger E-Commerce-Preis nicht fehlen. Jetzt können Sie sich bewerben. mehr

Facebook Workshop: Open Graph

Zeig mir, wer mich ausblendet

Zeig mir, wer mich ausblendet

Facebook Insights zeigt nicht an, wie viele Nutzer die Beiträge der eigenen Fanpage verborgen haben. Über die Graph-API kommt man dennoch an diese Informationen heran.

Wir zeigen, wie das geht


Newsletter

Zweimal täglich das Neueste aus Online-Marketing, E-Commerce, Online-Recht und Technik sowie topaktuelle Personalien. Jetzt kostenlos bestellen!

Umfrage

Eine aktuelle Studie von madvertise zeigt, dass Telekommunikationsunternehmen, Medien und Anbieter von FMCG-Produkten am meisten Geld in die Werbung auf Smartphones und Tablets stecken. Zugleich steigen die Investitionen in mobile Werbung an.

Wie stark investieren Sie in mobile Werbung?

Top 10 Artikel

Ausgabe 26

Internet World Business

Ausgabe 03/2012

Rakuten greift Amazon an

Der japanische E-Commerce-Kaiser Hiroshi Mikitani will auch in Deutschland an die Spitze weiterlesen
Apps richtig analysieren (Foto: istockphoto.com/Creativeye

Apps richtig analysieren

Wie lässt sich die Webanalyse auf mobile Apps übertragen und was es dabei zu beachten gilt mehr
Conversion-Optimierung mit Webanalyse (Foto: istockphoto.vom/mbortolino)

Conversion-Optimierung mit Webanalyse

Um die Schwachstellen eines Shops zu finden, müssen dessen Inhalte regelmäßig kontrolliert werden. Wie Händler ihr Monitoring verbessern können mehr
Tipps für intensivere Kundenbeziehungen (Foto: istockphoto.com/boryak)

Tipps für intensivere Kundenbeziehungen

Der Markt für Computerspiele wächst. Um davon zu profitieren, sollten Anbieter auch auf Mailmarketing setzen. So binden Sie Ihre Spieler mehr