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Pop-up Store als Eye-Opener

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08.12.2011

EBAY TESTET MULTICHANNEL

Pop-up Store als Eye-Opener

eBay bekommt in einem Einkaufszentrum Londons für fünf Tage ein Gesicht – mobiles Shoppen per QR-Codes

 

Online goes offline: eBay eröffnet in der Londoner Dean Street einen Pop-up Store

Ebay? Was machen die denn hier“, wunderte sich am 1. Dezember ein vorbeieilender Passant im Londoner Einkaufsund Vergnügungsviertel Soho. Knapp zwei Stunden zuvor hatte die englische Fernsehmoderatorin Suzie Perry eBays Pop-up Store auf der Londoner Dean Street offiziell eröffnet. Bis zum 5. Dezember sollte der weltweit erste eBay Shop Lust auf Weihnachtseinkäufe machen und lange Schlangen an den Kassen umgehen helfen: Die Kunden können die Produkte ihrer Wahl per 2D-Barcodescan über ihr Mobiltelefon bestellen und nach Hause liefern lassen. Das Medieninteresse war erheblich: Die BBC, Reuters, Bloomberg, nationale Zeitungen wie „The Guardian“ und Fachmedien wie „Retail Week“ – mit der „eBay Christmas Boutique“ schien der Online-Marktplatz bei den Medien offene Türen einzurennen. Doch wie reagierten die Verbraucher auf das Angebot?

Mehr Medien als Kunden


Ebays erste physische Manifestation auf der britischen High Street ist für die Passanten ein Hingucker. Der in weiß gehaltene und weihnachtlich bunt dekorierte Shop fällt auf. In einem der Schaufenster – dem „Wish Window“ – sind exklusive Geschenke zu sehen, darunter eine Vespa und von Prominenten für einen wohltätigen Zweck gespendete Handtaschen. Im Fenster daneben prangt ein überdimensionaler QR-Code, der zu täglich neuen Spezialangeboten auf eBay führt.

Die Kunden, die zahlenmäßig am ersten Tag zeitweise von den Medienvertretern übertroffen werden, sind eine Mischung aus zufällig vorbeigehenden oder in der Gegend arbeitenden Passanten: „BBC Breakfast hat heute morgen etwas zum Pop-up Store gebracht. Ich arbeite in der Nähe und schaue kurz vorbei“, so ein Geschäftsmann, dessen Smartphone bereits mit der Ebay-Applikation zum Scannen der QR-Codes ausgerüstet ist. „Die Idee ist clever. Ich nutze QRCodes, um Preise zu vergleichen und um mich über Produkte zu informieren, kann mir aber gut vorstellen, auch direkt per Handy einzukaufen.“ Seine Begleiterin zeigt ähnlich viel Interesse, ist aber frustriert: „Ich möchte wissen, was die einzelnen Produkte kosten, bekomme aber keinen Internet-Zugang hier.“

350 Produkte auf 132 Quadratmetern


Jedes der 350 Produkte im Shop ist mit einem QR-Code-Schild versehen, das per Mobiltelefon und via QR-Reader gescannt werden kann. Der Code führt dann entweder direkt zur spezifischen Produktseite auf eBay inklusive Preis oder zu einer Seite, auf der eine Auswahl ähnlicher Produkte aufgeführt ist. Der Shop ist mit WiFi ausgestattet, das – mit der ein oder anderen Ausnahme – auch problemlos funktioniert. Der Scan-Prozess ist ganz simpel, und den Besuchern scheint es ganz einfach Spaß zu machen, die Technologie auszuprobieren: „Die Leute scheinen das Ganze sehr amüsant und interessant zu finden. Codes zu scannen ist eine neuartige Sache für die Kunden“, meint eine der eBay-Mitarbeiterinnen, die im Laden den Besuchern das Konzept erklären.

Abgesehen von der zentralen Ausstellungsfläche, „Just Browsing“ genannt, die mit Sofas und HTC-Tablets zur allgemeinen Nutzung ausgestattet ist, gehören zur rund 132 Quadratmeter großen „Christmas Boutique“ drei in Themenbereiche aufgeteilte Räume: „The Boudoir“ mit Weihnachtsgeschenkideen für Frauen, „The Den“ mit Produkten für Männer und „The Grotto“ für Kinder. Auch hier stehen Tablets für Konsumenten ohne eigene Smartphones zur Verfügung, um die Produkte von Marken und Händlern wie House of Fraser, Karen Millen, Office, Watch Warehouse oder Fragrance Direct unter die Lupe zu nehmen.

Probleme mit der Technologie scheint es keine zu geben, eher herrscht allgemein eine gewisse Verwunderung darüber, dass eBay aus der virtuellen Welt heraus und in die echte Welt eingetreten ist. Positive Kommentare überwiegen: „Tolle Sache. Bleibt der Laden noch länger als nur fünf Tage auf?“, fragt ein Kunde. Aber auch Unverständnis gibt es: „Das Gute am Online-Einkaufen ist doch, dass man es einfach zu Hause machen kann. Warum sollte ich dann in einem Geschäft online kaufen?“, fragt sich ein junger Mann. Hin und wieder sorgt die Tatsache, dass die QR-Codes nicht immer direkt zum Produkt führen, für Enttäuschung, denn die meisten möchten in erster Linie die Preise wissen: „Wäre besser, wenn sich direkt die Produktseite öffnen würde“, meint einer, der den Shop ansonsten „super“ findet. Ein anderer, der selbst für eine E-Commerce-Plattform arbeitet, fasst das, was die „eBay Christmas Boutique“ in erster Linie ist, treffend zusammen: „Aus Marketingsicht eine sehr gute Aktion, da es einfach etwas ganz anderes ist.“ ❚

Barbara Geier


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Christmas Boutique – eine einmalige Aktion mit Folgen?

Eines der erklärten Ziele von eBay ist es, mit der als einmalige Aktion geplanten „Christmas Boutique“ das Thema M-Commerce zu promoten. Schon jetzt werden mehr als zehn Prozent aller Transaktionen auf eBay in Großbritannien mobil getätigt und M-Commerce wächst im dreistelligen Bereich. „Wir möchten die Nutzer inspirieren und ihnen zeigen, wie einfach mobiles Einkaufen per Smartphone ist”, so Miriam Lahage, eBays Global Head of Fashion.

Vorgaben, was Besucher und Verkaufszahlen anbelangt, gibt es keine. Vielmehr ist ein weiteres Ziel wichtig, das mit dem Shop verfolgt wird: das Image von eBay zu ändern, denn in der Öffentlichkeit wird eBay immer noch primär als Auktionsseite gesehen. Allerdings fallen inzwischen 60 Prozent aller Käufe in die Kategorie „Sofort Kaufen” mit neuen und zu Festpreisen angebotenen Produkten: „eBay heute ist nicht mehr das, was es noch vor zwei bis drei Jahren war. Die Plattform hat sich verändert. Wir haben in Großbritannien rund 180.000 professionelle Händler, unter anderem Topmarken wie BMW, die seit Mai 2011 Autoteile und Zubehör auf eBay verkaufen”, sagt Clare Moore-Bridger, eBay Corporate Communications Manager.

Beworben wurde die „Christmas Boutique” rein über Social Media – Facebook und Twitter – und PR. Geplant wurde die Aktion seit dem Sommer, wobei die Hauptorganisationsarbeit seit Oktober anfiel. Welche Summe aus dem Marketing- und Kommunikationsbudget in das Geschäft floss, wird nicht genannt. Und eine Wiederholung ist grundsätzlich nicht geplant. Allerdings wird eine ähnliche Aktion in anderen wichtigen Märkten wie in Deutschland auch nicht ausgeschlossen.



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