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ARBEITGEBERPORTRÄT
Keine halben Sachen
AOE Media setzt konsequent auf Berufserfahrung – und auf Englisch als Agentursprache
Gemeinsam arbeiten im Großraumbüro: Verschlossene Türen gibt es lediglich bei Besprechungen – und für Vieltelefonierer
Kian Gould hat eine klare Philosophie. „Statt von allem ein bisschen, mache ich lieber eine Sache richtig“, sagt der Gründer und Geschäftsführer der AOE Media GmbH. Konsequent versucht der 28-Jährige, diese Philosophie durchzuhalten. Sein Unternehmen, das sich auf Typo3-Dienstleistungen spezialisiert hat, bietet den Kunden laut Gould vor allem eine genaue Analyse sowie einen detaillierten und realistischen Ablaufplan:„Programmierung ohne Konzept, Struktur und Tests gibt es nicht“, betont er. Von seinen Mitarbeitern erwartet er daher, dass sie „hohe Ansprüche an die Qualität der eigenen Arbeit“ stellen. Erleichtert wird dies durch ein Arbeitsklima, das er als stimulierend und positiv beschreibt und für das er sich immer wieder einsetzt:„Wenn es irgendwo Probleme gibt, schalte ich mich selbst ein.“
Thai-Massage und Kinobesuche
AOE Media wurde vor zwölf Jahren von Kian Toyouri Gould zunächst als Internet-Agentur mit den Dienstleistungen Web- und Grafikdesign, Web-Consulting und -Hosting gegründet. Bereits drei Jahre später setzte Gould Typo3 als Content Management System bei ersten Kunden ein. „Die Idee war, damit das Potenzial des Internets auszuschöpfen und möglichst effiziente und kostengünstige Webseiten zu entwickeln“, so Gould. Heute blickt das Wiesbadener Unternehmen auf mehr als 500 zum großen Teil internationale Projekte zurück und beschäftigt an sechs Standorten weltweit, darunter in San Francisco, etwa 100 Mitarbeiter.
Dabei soll es aber nicht bleiben. Aktuell sucht AOE Media neue Mitarbeiter, etwa als Typo3-Extension-/PHP-Entwickler oder als Frontend Developer. Neben Teamgeist und dem Mut und dem Willen, sich einzubringen und sich weiterzuentwickeln, erwartet Gould vor allem eines von seinen neuen Mitstreitern: Berufserfahrung. „Die Erfahrung ist für uns ganz wichtig, ein Studium allein reicht nicht aus“, so Gould. Um hier aber nicht nur zu fordern, sondern auch zu handeln, bildet die Wiesbadener Agentur auch selbst Mitarbeiter als Fachinformatiker aus. Zudem setzt der Unternehmensgründer konsequent auf Englisch als Firmensprache – ein Punkt, den er als Vorteil im Wettbewerb um internationale Kunden sieht. Seine Mitarbeiter lädt er deshalb regelmäßig zu Kinofilmen in englischer Originalversion ein.
Damit die AOE-Media-Mitarbeiter gern zur Arbeit kommen, setzt Kian Gould auf eine Wohlfühlatmosphäre im Büro. So verfügen die Räume über Dual-Screen-Arbeitsplätze, einen Kickerraum, eine Dachterrasse mit Grill, Massagesessel sowie über eine Sofaecke mit Schach, Backgammon und HD-Kino mit Dolby Surround. Einmal im Monat kann, wer will, eine Thai-Massage im Haus in Anspruch nehmen, jeden Mittwoch kommt der Yoga-Lehrer. Gelegentlich spielen alle zusammen Poker, Badminton oder Volleyball. Und einmal im Jahr findet ein dreitägiger Skitrip statt – auf Kosten von AOE Media selbstverständlich.
Viel Wert legt das Wiesbadener Unternehmen auch darauf, dass konzentriert gearbeitet werden kann. Wer viel telefoniert, hat deshalb ein eigenes Büro oder sitzt mit anderen Vieltelefonierern zusammen, und wer Ruhe zum Entwickeln braucht, sitzt mit anderen Entwicklern in einem Raum.
Die offene Arbeitsatmosphäre – das Büro ist ein Loft – soll gleichzeitig die offene Unternehmenskultur widerspiegeln.„Verschlossene Türen gibt es nur bei Besprechungen“, sagt Kian Gould. Jeder kenne seinen Ansprechpartner bei Problemen und Sorgen. Und dank einer flachen Unternehmenshierarchie sei das vierköpfige Management mittendrin im Team und stets erreichbar. Flache Unternehmenshierarchie heißt für den Unternehmensgründer auch, dass es keine Titel gibt. „Titel sind unserer Meinung nach sowieso relativ überholt. Viel spannender ist es, sein Wissen und seine Leistungsfähigkeit permanent zu erweitern und zu verbessern“, meint Gould. Gute Ideen seien jederzeit willkommen – ein interner Blog soll die offene Kommunikation fördern und die Möglichkeit bieten, die eigene Leistung öffentlich zu präsentieren.
Flexible Arbeitszeitgestaltung
Gedacht hat Gould auch an seine Mitarbeiter, die Kinder haben. Deshalb lässt sich die Arbeitszeit bei AOE Media flexibel gestalten. Alle Mitarbeiter sind für ihre Arbeitszeiten selbst verantwortlich, sein Kind aus der Kita abzuholen oder später zu kommen, sei kein Problem. Auch Home-Office-Tage sind möglich. Ganz neu ist eine Kinderspielecke, „falls man abends mal länger arbeiten muss und keine Betreuungsmöglichkeit hat“, sagt Gould.
Mit diesen Maßnahmen hofft der Agenturchef, weiter wachsen zu können. Geplant ist, zusätzlich zu dem im vergangenen Jahr in Kalifornien eröffneten Büro, auch an der Ostküste der USA Präsenz zu zeigen. Mittel-bis langfristig vorgesehen sind außerdem Standorte in Großbritannien oder auch Asien. ❚
Susann Naumann