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Mehr Käufer, mehr Käufe
Die Verbreitung von E-Commerce steigt – und auch die Frequenz, zeigt die ACTA
Der Siegeszug von E-Commerce ist ungebrochen. Nicht nur, dass immer mehr Menschen (nämlich inzwischen 69 Prozent der deutschen Bevölkerung zwischen 14 und 64 Jahren) im Internet einkaufen. Auch die Einkaufshäufigkeit steigt: Rund ein Drittel der Webshopper, die das Institut für Demoskopie Allensbach für die aktuelle „Allensbacher Computer- und Technik-Analyse“ (ACTA) befragte, haben in den vergangenen zwölf Monaten mehr als fünf Mal im Web eingekauft, 17 Prozent sogar zehn Mal und mehr. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 29 beziehungsweise 14 Prozent.
5,1 Käufe pro Kopf
Im Schnitt, so ermittelten die Marktforscher, entfallen auf jeden Bürger zwischen 14 und 64 Jahre jährlich 5,1 Online-Käufe. 2010 waren es 4,4 Online-Käufe. Und ein Ende des Trends ist nicht abzusehen: 43 Prozent der Studienteilnehmer erwarten, in Zukunft noch häufiger im Internet einzukaufen. Weitere 43 Prozent wollen allerdings ihre Frequenz „eher nicht“ steigern. Auch die soziodemografische Struktur der Internet-Käufer nähert sich der Bevölkerungsstruktur an. Der Anteil von Männern und Frauen an den Online-Käufern ist inzwischen weitgehend ausgeglichen. Und auch die überproportional starke Verbreitung von E-Commerce in der Zielgruppe der 20-bis 39-Jährigen sowie der überproportional starke Nachholbedarf bei den Best Agern über 50, der 2004 noch zu beobachten war, haben sich inzwischen der Norm angenähert.
Dass E-Commerce zunehmend den stationären Handel bedroht, zeigt ein weiteres Chart der Analyse. Demnach ist die Bedeutung des Internets als Vertriebskanal für Digitaltechnik und Unterhaltungselektronik seit dem Jahr 2010 stark gewachsen. Der stationäre Handel indes nimmt an Bedeutung ab. Das bekommen zwar Discounter wie Aldi und Lidl oder große Elektrohandelsketten wie Media Markt und Saturn nicht zu spüren, doch die Besuche im kleineren Elektrofachmarkthandel, bei anderen Super-oder Verbrauchermärkten wie Real und Edeka, in den Elektroabteilungen großer Kaufhäuser wie Karstadt und Kaufhof und in Baumärkten wie Obi und Praktiker gingen seit 2010 durch das Internet deutlich zurück. Die Profiteure am E-Commerce-Boom sind im Gegenzug große Web-Händler wie Amazon, spezialisierte Anbieter wie Elektronikhändler Conrad und auch eBay.
Nische M-Commerce
M-Commerce indes ist aktuell noch ein kleiner Nischenmarkt, belegen weitere Zahlen der Studie. Demzufolge haben zwar 19 Prozent der mobilen Internet-Nutzer auch schon mit ihrem Handheld-Gerät online eingekauft. Die mobile Zielgruppe bleibt für Web-Händler mit einer absoluten Zahl von 1,85 Millionen Konsumenten trotzdem überschaubar.
Hingegen sehen die ACTA-Studienautoren in Online Communitys ein großes E-Commerce-Potenzial. Mit einem Online-Käufer-Anteil von 87 Prozent seien Community-Mitglieder gegenüber der Bevölkerung insgesamt aber auch gegenüber dem durchschnittlichen Internet-Nutzer deutlich E-Commerce-affiner. Bei Community-Mitgliedern, die Seiten von Unternehmen oder Marken auf Facebook und Co. besuchen und liken, liegt der Online-Shopper-Anteil gar bei 92 Prozent, so ein weiteres Studienergebnis. dz ❚