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Geht’s so? So geht’s!
Humor ist, wenn man lacht – und die Kampagne trotzdem wirkt
Zugegeben, ich bin ein Mann.Also vermutlich genau die Zielgruppe, die die hier besprochene Kampagne erreichen will. Aber der Reihe nach.
„Billiger geht so“, heißt die Kampagne, in der Media Markt derzeit Mario Barth auf die Zuschauer loslässt, die vermeintlich nicht rechtzeitig den Griff zur Fernbedienung gefunden oder die Banner- Rotation weggeklickt haben. In kleinen Geschichten über Männer und Frauen beim Einkaufen technischer Geräte – vom Fernseher bis zur Waschmaschine – werden natürlich wieder Klischees strapaziert. Was auch sonst, sind diese doch mit Mario Barth eng verbunden. Ein Markenbotschafter soll seine Rolle authentisch spielen. Alles andere wäre fehlbesetzt. Make an educated guess? Insofern erfüllt der Comedian mit der Berliner Schnauze genau seinen Zweck. Und das nicht zum ersten Mal.
Während Mario Barth jedoch in den bisherigen Flights für den Branchenprimus den Adressaten – also den Zuschauer oder Online-Nutzer – mit aller Gewalt in den Schenkelklopfer hineinnerven will, schafft es die derzeitige Kampagne, kleine Geschichten zu erzählen, die amüsieren.
Wenn beispielsweise eine junge Dame das Bild eines Hundewelpen auf einem Flachbildfernseher und die technische Auskunft des Freundes „Das ist ein Bravia“ verzückt mit „Nein, das ist ein Golden Retriever. Den will ich auch!“ kommentiert – und dabei den unnachahmlichen Gesichtsausdruck aufsetzt, den Tausende Männer von sonntäglichen Parkspaziergängen kennen – dann ist das einfach komisch. Und verleitet zum viralen „Gefällt mir“ bei Facebook, Youtube und Co.
Das Problem bei witzig-gewitzter Werbung ist häufig, dass die rechte Gehirnhälfte fleißig funkt, während die Synapsen auf der linken Seite des Gehirns vor sich hindümpeln – und darunter die Werbeerinnerung leidet. Diese Media- Markt-Kampagne integriert die Produkt- und Preisbotschaft geschickt in den humorigen Rahmen – und bleibt damit hängen. Nicht nur bei Männern. ❚