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Online ist doch geil
Media-Saturn liebäugelt wieder mit E-Commerce-Konzepten
Eineinhalb Jahre ist es erst her, dass die Media-Saturn-Unternehmensgruppe ihren Onlineshop unter Mediaonline.de abschaltete. Jetzt wagt sich der Handelsriese erneut auf das E-Commerce-Parkett, wenn auch zunächst nicht in Deutschland. In Österreich und den Niederlanden sollen erste eigene Onlineshops entstehen. Im Erfolgsfall will Eckhard Cordes, Chef der Media-Saturn-Mutter Metro Group, „über die Einführung von Webshops in weiteren Media-Saturn-Ländern wie Deutschland“ entscheiden.
„Die Erweiterung unseres Geschäftsmodells um E-Commerce-Aktivitäten bietet selbst für uns als dezentrales Unternehmen interessante Chancen, die wir nutzen wollen“, begründet ein Unternehmenssprecher den erneuten Multichannel-Vorstoß. „Unser Ansatz ist es, auf eine enge Vernetzung zwischen Onlinehandel und stationärem Handel zu setzen und sowohl für Media Markt als auch für Saturn jeweils eigene Onlineshops unter den jeweiligen Brands zu starten.“ Im Internet will Media-Saturn seinen Kunden ein größeres Sortiment anbieten als im stationären Handel, ergänzt um den Vertrieb von digitalen Produkten. Dazu übernahm das Unternehmen den Musikdownload-Spezialisten 24-7 Entertainment. Die Preisgestaltung im Web soll zentral erfolgen, während die stationären Preise dezentral von den einzelnen Märkten bestimmt werden. „Uns ist bewusst, dass wir dem Kunden gegebenenfalls die Preisunterschiede zwischen Internet und stationärem Handel erklären müssen“, so der Sprecher. „Allerdings sind wir davon überzeugt, dass er auch versteht, welchen Mehrwert wir ihm im stationären Handel bieten.“
E-Commerce-Berater Jochen Krisch ist vom Konzept der Saturn- und Media-Markt-Shops dennoch nicht überzeugt (siehe Kolumne oben): „Media Markt ist ein perfektes Beispiel für ein Unternehmen, das betriebsblind für neue Geschäfsmodelle ist, die auf Fünf- bis Zehnjahressicht die Marktführerschaft garantieren würden, ohne die Geschäftsführer der stationären Märkte zu vergraulen“, kritisiert er. Um erfolgreich zu sein, müssten sie sich vom One-Stop-Shop-Konzept trennen. „Dies scheint allerdings auch weiterhin ein absolutes No-go“ zu sein, sagt er. dz *