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Arbeitgeber im Test

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07.01.2009

Arbeitgeber im Test

Plattformen für Mitarbeiterkritik ergänzen Stellenbörsen, suchen aber noch ihr Geschäft

 

Jobvote, Kununu: Stimmungsbarometer aus Unternehmen

Nach Produkten, Preisen und Hotels werden nun auch die Unternehmen bewertet. Nicht nur von ihren Kunden, sondern auch von ihren Angestellten. Nach Arbeitgebertest, Jobvoting und Kununu sammelt als vierte Plattform auch Evaluba die Bewertungen der Arbeitgeber. Seit dem Start Anfang Dezember wurden mehr als 100 Beurteilungen eingestellt. „Die Leute sehen, dass sie sich im Internet äußern können und dass das auch etwas bringt“, meint Björn Schwenzer, Vorstand von Evaluba. „Das gilt auch auf dem Arbeitsmarkt.“

Trotz wachsender Beliebtheit: Die Plattformen suchen jenseits der Werbevermarktung noch nach zukunftsfähigen Geschäftsmodellen. „Der Markt entwickelt sich“, meint Martin Poreda, Mitgründer von Kununu. Konkurrent Schwenzer ergänzt. „Wenn Unternehmen merken, dass ihnen die Urteile auch nützen, dann bringt das unseren Plattformen auch Erfolg.“

Das Interesse, sich mitzuteilen, ist hoch. „Wir wachsen zurzeit um 100 Bewertungen pro Tag“, berichtet Poreda. Seit zwei Jahren baut er mit fünf Mitarbeitern Kununu in Wien auf. Die Idee stammt allerdings von Jobvoting aus Berlin und Arbeitgebertest aus Leipzig, die bereits 2006 starteten, ihren Zeitvorsprung aber nicht nutzten. Auf der Seite der Wiener finden sich mittlerweile mehr als 21.000 Urteile zu 10.588 Unternehmen im deutschsprachigen Raum. Immerhin 1,5 Millionen Nutzer besuchen den Dienst im Monat.

Wer aber glaubt, dass in Krisenzeiten, in denen Arbeitsplätze wegrationalisiert werden, sich nur Angestellte das Stimmungsbarometer aus Betrieben anschauen, täuscht sich. „Unternehmen, die Fachkräfte suchen, müssen sich um eine gute Reputation bei potenziellen Bewerbern bemühen“, meint Poreda. So manches Unternehmen animiere Angestellte, Urteile abzugeben. In der Suche nach Personal, die langfristig aufgrund des demografischen Wandels verstärkt werden soll, sehen die Start-ups die größte Chance auf Geschäfte: Kununu hat zur anonymen Bewertung die Stellungnahme der Firmen eingeführt und gibt diesen die Chance, sich selbst darzustellen. Für ein Profil bezahlen kleine Unternehmen 750 Euro pro Jahr, Konzerne bis zu 4.500 Euro. „Wir sind noch nicht profitabel“, gibt Poreda zu, „aber wir verdienen Geld.“

Onlinewerbung auf den Seiten, wie sie Jobvoting reichlich platziert, hat Evaluba zumindest für die Startphase ausgeschlossen. Danach will das Unternehmen mit Sitz in Herrenberg ebenfalls von Unternehmensprofilen und Stellenanzeigen profitieren, aber auch von Studien, die Unternehmen aufzeigen sollen, wo sie sich verbessern können. Ähnliche Services könnte sich auch Poreda durchaus vorstellen. „Der Markt entwickelt sich noch und wächst“, gibt sich Spätstarter Schwenzer optimistisch. „Ich sehe jedenfalls noch keinen Verdrängungswettbewerb.“ vs *


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